Kosten für Palettentausch sind ungleich verteilt

20.11.2008 13:25 Uhr

GS1 Germany bringt Licht in den Umgang der Marktteilnehmer mit dem Europalettentausch und bietet Lösungsplattform an

Köln. Die Kosten, die beim Tausch von Europaletten entstehen, sind ungleich zwischen den Marktteilnehmern in Deutschland verteilt. Zu diesem Ergebnis kommt GS1 Germany in einer Marktanalyse aus dem Zeitraum April bis Juli 2008. Der Experte für Standards und Prozesse hat bei zehn Unternehmen aus Handel, Industrie und Transportlogistik deren Tauschprozesse aufgenommen und analysiert. Die Beteiligten der Wertschöpfungskette in Deutschland haben sich laut Marktanalyse in den letzten Jahren zur Europalette bekannt. Sie reichen diese genormten Paletten im logistischen Prozess an Partnerunternehmen und Kunden weiter. Die befragten Unternehmen nannten folgende zentrale Probleme, die dabei auftreten: 1. Die Marktteilnehmer stellen unterschiedliche Anforderungen an die Qualität der Paletten. So unterscheiden sich angelieferte Paletten qualitativ deutlich von zurück- oder weitergereichten. 2. Viele Unternehmen vereinbaren, dass die Paletten mit Partnern nach genormten Kriterien getauscht werden. In der Praxis umgehen die Marktteilnehmer diese Vereinbarung jedoch häufig. 3. Nicht jeder Marktteilnehmer hält Ersatzpaletten vor, um mangelhafte Paletten auszutauschen. 4. Tauschpaletten fehlen, wenn Beteiligte stark ausgelastet sind. Sie stellen dann Palettenscheine aus, die zu einem späteren Zeitpunkt gegen Paletten wieder eingelöst werden können. Für den Partner entstehen so Sonderfahrten, deren Kosten er selber tragen muss. Laut GS1 Germany drohen Folgen wie in Dänemark oder Italien, wenn die Marktteilnehmer nichts unternehmen. Dort hätten Spediteure erwogen, aus dem Tausch von Europaletten aus- und auf private Palettenanbieter umzusteigen. „GS1 Germany bietet den Beteiligten eine Plattform zur Erarbeitung einer Lösung an. Damit können wir nicht nur einen Beitrag für einen partnerschaftlicheren Umgang leisten, sondern auch beispielsweise durch die Vermeidung von Leerfahrten dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen“, erläutert Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany. Der Lenkungskreis „ECR Supply Chain“ bei GS1 Germany hat entschieden, ein Projektdesign zu entwickeln, um das Thema aufzunehmen. Mögliche Ansatzpunkte sind der Zug-um-Zug Palettentausch ohne Palettenscheine, Dienstleisterlösungen, der Verkauf der Palette mit der Ware und die Anwendung der EPC/RFID-Technologie. (sv)

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