Siegen. Die Mauterhöhung wird vor allem für mittelständische Unternehmen im Verkehrsgewerbe zu einer Existenzbedrohung. Die Verlader akzeptieren in den meisten Fällen die Übernahme der höheren Mautkosten nicht, so das Ergebnis einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen. Aus diesem Grund müssten die Transportunternehmen einen Teil der entstehenden Mehrkosten selbst tragen. Zudem erwarten die befragten Unternehmen, dass das Transportaufkommen zurückgehen wird. 70 Prozent der Befragten rechnen mit einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent, wohingegen die restlichen Befragten sogar an sinkende Frachtmengen von 30 bis 40 Prozent glauben. In der Summe wird es dazu führen, dass zwei Drittel der Unternehmen gezwungen sein werden LKW stillzulegen und Fahrer zu entlassen. Hintergrund der IHK-Umfrage ist die vor knapp drei Wochen eingeführte Mauterhöhung, die je nach Schadstoffklasse der LKW bei 40 bis 90 Prozent liegt. Ob diese Mehrkosten von den Verladern in Zukunft übernommen werden, ist demnach zweifelhaft. Dieser Zustand belastet die Unternehmen der Transportbranche zusätzlich zur momentanen Finanz- und damit einhergehenden Wirtschaftskrise. Das Transportgewerbe muss auf weitsichtige Kunden hoffen, welche die Maut als Kostenbestandteil verstehen und diese entsprechend übernehmen, wie etwa der Nutzfahrzeughersteller MAN, welcher die Übernahme der Kosten bereits angekündigt hat. (ck)
IHK-Umfrage: Verlader verweigern Übernahme der Mautkosten
Zwei Drittel der Transportunternehmer planen LKW stillzulegen und Personal zu entlassen