Hamburgs Hafen sucht neue Einnahmequellen

11.11.2009 15:39 Uhr
Hafen Hamburg
Hafengeld, Kaimieten und Pachten reichen dem Hamburger Hafen nicht mehr
© Foto: HHLA

Die Hamburg Port Authority prüft als neues Geschäftsmodell Vermietung von Logistikhallen und kostenpflichtige Beratung

Hamburg. Die Hamburg Port Authority (HPA) untersucht intensiv verschiedene Möglichkeiten, um die Einnahmesituation der Hafenverwaltung nachhaltig zu verbessern. Bilden bislang noch Hafengeld, Kaimieten und Pachten sowie die Hafenbahn eine zentrale Einnahmequelle, so sollen es künftig auch Einnahmen aus der Vermietung von Logistikhallen werden. Das jedenfalls kann sich Jens Meier, HPA-Geschäftsführer, vorstellen.. In einem heute im „Hamburger Abendblatt“ veröffentlichten Interview stellte der diese Möglichkeit vor. Darüber hinaus will sich die HPA in Zukunft Beratungsdienstleistungen zum Beispiel für andere Häfen bezahlen lassen, was derzeit noch nicht erfolge. Bremenports, das Gegenstück zur HPA in den Bremischen Häfen, arbeitet bereits seit Jahren nach diesem Muster. „Wir haben derzeit vier Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze ausschließlich über unsere externen Consulting-Tätigkeiten gewissermaßen mitfinanziert werden“, erklärte Rüdiger Staats, Sprecher bei Bremenports der VerkehrsRundschau. Der denkbare Einstieg der HPA in das Logistiklager-Vermietgeschäft könnte in der Hamburger Hafenwirtschaft durchaus für Unmut sorgen. So baut und betreibt die mehrheitlich im Stadtbesitz befindliche Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) Logistikhallen, teils zur eigenen Nutzung und teils für Drittgeschäfte. Attraktive Hafenflächen am seeschifftiefen Wasser sind in Hamburg weiterhin sehr knapp. Der Rotterdamer Hafen hatte vor einigen Jahren auch einen ähnlichen Ansatz verfolgt. „Unterm Strich hat es dem Hafenbetrieb aber nur Ärger eingebracht, weil sich aus dieser Rolle doch verschiedene Konfliktsituationen mit der Hafenwirtschaft ergeben hatte“, berichtete Minco van Heezen, Sprecher beim Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) der VerkehrsRundschau. Die Konsequenz: Bis auf größeres Objekt – eine ehemalige Werftanlage – hat sich der HbR von seinen Logistikhallen und Lagern getrennt. Die HPA ging im Oktober 2005 aus dem früheren „Amt für Strom-und Hafenbau“ hervor. Die Hafenverwaltung ist Eigentümer der Grundstücke im Hamburger Hafen sowie Eigentümer der Hafenbahn. Aus den Einnahmen der HPA sind nicht nur Unterhalt und Investitionen im Elbe-Hafen zu finanzieren. Auch verschiedene Deichsicherungsmaßnahmen auf der zu Hamburg gehörenden Nordseeinsel Neuwerk werden durch die HPA bestritten. (eha)

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