Frankfurt/Main. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will auch nach seinem Ausstieg beim defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn weiterhin mit dem Regionalflughafen zusammenarbeiten. „Wir werden miteinander und nicht gegeneinander arbeiten“, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender am Samstag dem Radiosender „HR-Info“. Man werde auch nicht vergessen, dass man „eine gemeinsame und erfolgreiche Geschichte„ habe und auf wertvolle Erfahrungen bei der Umwandlung eines militärischen zu einem zivilen Flughafen verweisen könne. Fraport wird demnach dem Hahn, ehemals ein Militärflughafen, weiterhin über Tochtergesellschaften Leistungen anbieten. Die im MDAX notierte Fraport AG hatte Anfang Februar ihren Ausstieg aus dem Hahn mitgeteilt. Den Anteil von 65 Prozent an der wichtigsten deutschen Basis des irischen Billigfliegers Ryanair übernahm zum symbolischen Preis von einem Euro das Land Rheinland-Pfalz. Damit gehören Rheinland-Pfalz 82,5 Prozent der Anteile. Das Land Hessen bleibt mit 17,5 Prozent Anteilseigner, will aber künftig keinerlei finanzielle Verpflichtungen mehr übernehmen. Bender begrüßte in „HR-Info“, dass sich das Land Hessen weiterhin am Hahn engagiere. Schließlich bestehe nach wie vor die Gefahr, dass sich europäische Wettbewerber an dem Hunsrück-Flughafen beteiligten und so eine Konkurrenz für den Frachtstandort Frankfurt darstellten. Hintergrund des Ausstiegs von Fraport sind die zweistelligen Millionenverluste, die der Regionalflughafen über Jahre einfuhr. Um aus den roten Zahlen zu kommen, hatte der Flughafen Hahn zuletzt versucht, eine neue Terminalgebühr von drei Euro pro Passagier zu erheben. Dagegen hatte sich aber Ryanair als Hauptkunde gewehrt und mit dem Abzug seiner Flotte gedroht. Daraufhin wurden die Pläne für die Zusatzgebühr aufgegeben. (dpa)
Fraport will trotz Ausstiegs mit Flughafen Hahn zusammenarbeiten
Frankfurter Flughafenbetreiber wird Hahn weiterhin Leitsungen anbieten