Die Gefahr möglicherweise wochenlanger Straßenblockaden in Frankreich ist seit dem vergangenen Wochenende weiter gewachsen, nachdem die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern im Transportbereich ohne Ergebnis geblieben sind. Die Arbeitgebervertreter sprachen zwar von einem "konstruktiven Gesprächsklima" und beide Seiten vereinbarten, sich erneut zusammenzusetzen, diesmal im Hause des Transportministers. Hauptstreitpunkt bleibt aber die Forderung der führenden Gewerkschaften CGT und CFDT nach Einführung eines 13. Monatsgehalts für alle Beschäftigten. In dieser Frage haben die Transportverbände unter Hinweis auf die ohnehin geschwächte Wettbewerbssituation der französischen Unternehmen ein klares "Nein" formuliert. Nichts weist momentan darauf hin, dass sie hiervon in der nächsten Woche formell abrücken könnten. Der Gesamtverband UFT hat jedoch eine Formel angeboten, die faktisch auf ein weiteres Monatsgehalt pro Jahr hinausliefe, ohne dass dieses indessen so benannt werden würde. Inzwischen schüren die Gewerkschaften den Nervenkrieg. Gegenüber der Sonntagszeitung Le Journal du Dimanche machten CGT-Funktionäre deutlich, dass in der Nacht zum Montag, 25. November, die ersten von insgesamt geplanten 72 Straßenblockaden errichtet würden, falls ihre Forderungen bis zum kommenden Freitag nicht erfüllt worden seien. An diesem Tag läuft das gemeinsame Ultimatum von CGT und CFDT aus. (vr/jb)
Frankreich: Gewerkschaften drohen mit Blockaden
Hauptstreitpunkt bleibt das 13. Monatsgehalt für Beschäftigte in der Transportbranche