Die Konjunktur brummt, die Auftragsbücher werden immer dicker, die Frachtraten steigen. Goldene Zeiten fürs Transportgewerbe scheinen in Aussicht – wäre da nicht das Problem des fehlenden Nachwuchses. Händeringend suchen viele Unternehmen mittlerweile nach neuen, gut ausgebildeten LKW-Fahrern. Jetzt macht sich bemerkbar, dass die Branche dem jahrelangen Kostendruck oft nur ausweichen konnte, indem sie die Fahrerlöhne senkte oder gleich auf billigere Arbeitskräfte aus Osteuropa setzte. Für junge Leute ist der Beruf des Kraftfahrers heute wenig erstrebenswert. Dies beweisen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nur zu deutlich: Gerade mal 18,4 Prozent der Fahrer waren in 2006 noch jünger als 35, davon ganze 2,5 Prozent unter 25 Jahren. Außer den niedrigen Löhnen spielt hier sicherlich auch das gesunkene Ansehen des Brummifahrers in der Öffentlichkeit eine Rolle. Viele Logistikunternehmen haben sich daher auch schon einiges einfallen lassen, um dem Fahrermangel entgegenzuwirken. Dazu gehören Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter ebenso wie die Zusammenarbeit mit Fahrschulen bis hin zur Gründung eigener Akademien. Und im Endeffekt wird wohl eine Anpassung der Fahrerlöhne nach oben unabwendbar sein. Oder wie es der BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt formulierte: „Wahrscheinlich müssen wir deutlich mehr Geld für Fahrer ausgeben.“ Rudolf Gebhardt Stellvertretender Chefredakteur
Fahrermangel: Mehr Geld als Anreiz?
Der Kommentar der Woche von Rudolf Gebhardt, Stellvertretender Chefredakteur