Frankfurt. Der heute veröffentlichte, aktuelle Einkaufsmanager-Index (EMI) zeigt, dass die Geschäfte der deutschen Industrie langsam zurück gehen. Zwar notierte der Indes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) mit 52,6 Punkten zwar zum 34. Mal in Folge im Wachstum. Im Berichtsmonat Juni sank der Index jedoch um 1,0 Punkte und lag auf dem niedrigsten Wert seit Oktober 2007. Die weltweite Verteuerung von Ölderivaten sowie Stahl, Energie und Kraftstoffen führte zu einem rasanten Anstieg der Einkaufspreise, so der BME. Der Teilindex „Einkaufspreise“ erreichte mit 71,4 Punkten den höchsten Wert seit 21 Monaten. Um die Gewinnmargen aufrecht zu erhalten, gaben Unternehmen aus allen Industriesektoren laut BME im Gegenzug ihre Mehrkosten partiell an die Kunden weiter und hoben die Verkaufspreise erneut kräftig an. Der starke Außenwert des Euro und die Konjunkturschwäche vieler Exportmärkte stoppte laut BME das Wirtschaftswachstum: Der Teilindex „Auftragseingang Export“ notierte für das 2. Quartal 2008 mit durchschnittlich 50,8 Punkten auf einem Fünf-Jahres-Tief. Insbesondere die Automotive-Branche sei von der Auftragsflaute betroffen. Auslandsaufträge im größeren Umfang konnten nur Hersteller von Investitionsgütern verbuchen. Aufgrund des niedrigen Auftragseingangs schwächte sich in der deutschen Industrie laut Indes auch die Arbeitskräftenachfrage deutlich ab. Die rückläufigen Exportbestellungen führten außerdem erneut zu einem leichten Zuwachs der Fertigwarenlager. Der "Markit/BME Einkaufsmanager-Index" (EMI), bisher NTC/BME Einkaufsmanager-Index, ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, Henley-on-Thames, erstellt. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern aus der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe und Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).
Einkaufsmanager-Index: Wachstum schwächt sich ab
Weltweite Konjunkturschwäche drosselt Wirtschaftswachstum. Teures Rohöl treibt Einkaufspreise auf 21-Monats-Hoch.