Hannover/Regensburg. Aufgrund der anhaltenden eisigen Temperaturen ist die Binnenschifffahrt in Deutschland auch weiterhin beeinträchtigt. So können zum Beispiel in Bayern praktisch keine Binnenschiffe mehr auf den Flüssen fahren. "Der Schiffsverkehr ist zum Erliegen gekommen", sagte der Geschäftsführer der Bayernhafen-Gruppe, Joachim Zimmermann, am Montag in Regensburg. Nachdem es schon am Main und Main-Donau-Kanal Probleme mit Eis gegeben habe, sei nun auch das erste Donaustück zwischen Kelheim und Regensburg gesperrt. "Erstaunlich ist, dass auch die Flüsse von Eis betroffen sind, das kommt eher nur alle zehn Jahre vor", sagte der Hafenchef. Zuletzt habe es Ende der 1990er Jahre an der Donau so extreme Wetterbedingungen gegeben. "Im Moment ist von Westen her nur noch der Hafen Aschaffenburg erreichbar", sagte Zimmermann. Auch an der Donau sei bald mit weiteren Sperrungen zu rechnen, so dass dann im Osten von den Kapitänen nur noch der Passauer Hafen angesteuert werden kann. Dann wären nur noch die beiden Umschlagplätze an den Landesgrenzen in Betrieb. Zu der staatlichen Unternehmensgruppe gehören die sechs Häfen Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. Nach Angaben von Zimmermann reagiert die Hafenverwaltung mit flexiblen Arbeitszeiten, so seien im Moment keine Kranführer im Einsatz. Noch sei nicht absehbar, ob die Eis-Sperrungen wirtschaftliche Folgen für die Häfen haben. "Wenn das nur drei oder vier Tage dauert, wird man das so gut wie gar nicht in den Statistiken merken." Zimmermann wies darauf hin, dass die Häfen allerdings nicht ausschließlich auf den Schiffsverkehr angewiesen seien, sondern auch Logistikdienstleister für den Bahn-Güterverkehr und Lastwagen seien. Kurzfristig sei es aber nicht möglich, die Warenströme von den Wasserstraßen auf die Schiene umzulenken. Ob die Güter, die derzeit auf den Flüssen nicht transportiert werden können, einfach nur später per Schiff umgeschlagen werden oder auf anderen Wegen transportiert werden, könne noch nicht beurteilt werden. Probleme auch in Niedersachsen Auch auf Niedersachsens zugefrorenen Wasserstraßen ist der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen. "Bei den Binnenschiffern fährt noch ein Zehntel", sagte Reinhold Frank von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte am Montag in Hannover. Die Elbe und der Elbeseitenkanal sind seit Freitag wegen Treibeis gesperrt. Der Mittellandkanal sollte am Montagnachmittag zwischen Wolfsburg-Sülfeld und Magdeburg für den Verkehr geschlossen werden. "Das Eis ist bis zu 25 Zentimeter dick. Es wird zu gefährlich", sagte der Leiter des Schifffahrtsbüros. Auf dem übrigen Mittellandkanal wird die Fahrrinne noch freigehalten. Sieben Eisbrecher sind rund um die Uhr in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs, um zumindest Schiffe, die Fracht geladen haben, noch sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Eisbrecher bahnen ihnen den Weg durch Stichkanäle etwa nach Osnabrück oder Salzgitter. Zudem wird dafür gesorgt, dass jeder Binnenschiffer einen Hafen erreicht und keiner auf offener Strecke im Eis steckenbleibt. Die Anzahl der Anfragen an den Koordinator der Eisbrecher ist zurzeit überschaubar. "Viele haben nach den Weihnachtsferien erst gar keine Aufträge mehr angenommen", berichtete Frank. Im Gegensatz zur Elbe sei die Weser weitgehend eisfrei. (dpa/stb)
Dickes Eis: Binnenschifffahrt auch weiterhin beeinträchtigt
Niedersächsische Wasserstraßen teilweise gesperrt. / Bayerischer Schiffsverkehr ist zum Erliegen gekommen