BGL befürchtet Arbeitsplatzverluste im Transportgewerbe

03.12.2008 13:34 Uhr
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Speditionen reduzieren Kapazitäten
© Foto: Arndt

Der BGL prognostiziert, dass die Transportunternehmen im kommenden Jahr ihre Kapazitäten drastisch zurückfahren und im größeren Umfang Stellenstreichungen vornehmen werden

Frankfurt am Main. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in Frankfurt am Main prognostiziert in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung, dass die Transportlogistikunternehmen im kommenden Jahr ihre Kapazitäten drastisch zurückfahren und im größeren Umfang Stellenstreichungen vornehmen werden. Vier Wochen vor der zum 1. Januar 2009 von der Bundesregierung beschlossenen Mauterhöhung, die je nach Schadstoffklasse zwischen 40 Prozent und 90 Prozent beträgt, berichteten die Geschäftsführer der BGL-Landesverbände anlässlich einer Bundeskonferenz von desaströsen Auswirkungen auf mittelständische Transportlogistikunternehmen. Auf Grund der schwierigen Marktlage hätten sich einige Unternehmen bereits definitiv dazu entschieden, ihren Betrieb aufzugeben. Darüber hinaus planten die Unternehmen ein Zurückfahren ihrer Kapazitäten um 10 bis 30 Prozent. Dies bleibe nicht ohne Folgen auf die Beschäftigten im Transportgewerbe. Viele Mitarbeiter bekämen derzeit ihre Kündigungsschreiben, so der BGL. „Der Mittelstand stirbt in diesem Land politisch weiter unspektakulär“, meint dazu BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. „Während Banken und Großindustrie nach wenigen Tagen einen umfangreichen Schutzschirm erhalten, wird das mittelständische Transportgewerbe mit einer staatlich verordneten Mautinflation belastet, die historisch gesehen, aber auch im europaweiten Vergleich, ihresgleichen sucht“, so der Verbandsprecher. Der BGL schätzt, dass in den ersten Monaten des neuen Jahres bis zu 40.000 Arbeitsplätze im Transportgewerbe verloren gehen. Nach den Berichten aus dem Geschäftsführerkreis des BGL treten nach den Erfahrungen aus der Dieselpreisexplosion in die von deutschen Unternehmen hinterlassenen Lücken verstärkt Transportunternehmen aus den Beitrittsländern. Der rasante Zuwachs der Mautkilometer von Fahrzeugen aus diesen Ländern, der der offiziellen BAG-Mautstatistik zu entnehmen ist, spricht laut BGL eine deutliche Sprache: „Im Gegensatz zu deutschen Unternehmen arbeiten diese Anbieter mit niedriger besteuertem Kraftstoff aus ihren Heimatländern und niedrigen Lohn- und Sozialkosten. Lkw sind mobile Produktionsstätten, die in einem Verkehrsgewerbe ohne Grenzen in ganz Europa oftmals nur noch zum Dumpingwettbewerb antreten“, so der Frankfurter Transportverband. (ak)

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