Belgische Verbände bilden in der Krise eine Allianz

16.01.2009 11:18 Uhr

Der gesamtbelgische LKW-und Logistikverband Febetra und der flämische Verband des Güterkraftverkehrs SAV wollen enger zusammenarbeiten

Brüssel. Der gesamtbelgische LKW-und Logistikverband Febetra und der flämische Verband des Güterkraftverkehrs SAV wollen enger zusammenarbeiten. Sie werden in einer Zeit tiefer Wirtschaftsrezession „ihre Kräfte vereinen, um die Interessen der Transportunternehmer besser zu schützen“, erklärten beide Seiten auf einem erstmals gemeinsamen Neujahrsempfang in Brüssel. Für die neue Allianz der belgischen Fuhrleute sei es „total unverständlich“, dass nach dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen neuen Mautkonzept vorerst nur der Lastwagen externe Kosten zahlen soll, sagte SAV-Präsident Rudy Maes. Er kündigte an, dass beide Organisationen die Kräfte für ihren Widerstand gegen diese einseitige Belastung des Straßengüterverkehrs bündeln werden. Das sei umso dringlicher, als 2008 ein „Rekordjahr der Preise“ gewesen sei, in dem die Kraftstoff- und Peronalkosten rasant gestiegen seien. Dieser Kostenboom verstärke sich 2009. Maes beklagte eine unzuverlässige Ausgabe und Datenbank-Registrierung der LKW-Eurovignetten durch die belgischen Behörden. Durch die fehlende Sorgfalt im administrativen Umgang mit den Mautvignetten, die undifferenziert nur für ein Jahr gelten, gebe es permanente Probleme bei den Kontrollen insbesondere in den anderen Eurovignetten-Ländern. Hinzu kämen für grenzüberschreitende LKW-Touren beim Nachbarn Deutschland höhere Mautgebühren. Mit Blick auf die EU-Neuregelung des Markt- und Berufszugangs für Kraftverkehrsunternehmer stellte der SAV-Chef klar, dass belgische Straßentransporteure gegen Beschränkungen der LKW-Kabotage seien und ihre schnelle Liberalisierung befürworten. Febetra-Präsident Willy Van Loon gestand ein, dass ein ramponierter Ruf des LKW im vorigen Jahr den Beginn eines Pilotprojekts für 60-Tonner verhindert habe. Ein solcher Testlauf für sogenannte Ökokombis müsse 2009 gelingen, sagte er. Van Loon kritisierte im Beisein des belgischen Staatssekretärs für Mobilität, Etienne Schouppe, die fehlende Unterstützung der Regierungsbehörden für eine erleichterte Anschaffung von Euro-5-Lastern. Eine schon 2005 gemachte Zusage sei bis heute nicht eingehalten worden. Von Schouppe verlangte Van Loon, das LKW-Überholverbot auf nassen zweispurigen Autobahnen und Nationalstraßen aufzuheben. Es bremse das Leistungsvermögen des Lkw-Verkehrs und bewirke keine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Deshalb gehöre es „in den Mülleimer“. Um Staus zu beseitigen, müsse der Staat statt solcher Reglementierungen mehr Investitionen in die Verbesserung der Straßeninfrastruktur stecken. (dw)

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