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Lang-Lkw

Eine aktuelle Studie belegt: Der Lang-Lkw könnte dem Klima nützen

©Daniel Maurer/dpa/picture-alliance

Studie: Der Lang-Lkw ist gut für das Klima

Eine vom Landesumweltamt Baden-Württemberg publizierte Studie bestätigt dem Lang-Lkw eine positive Auswirkung auf das Klima – wenn dadurch weniger gewöhnliche Lkw fahren.

Karlsruhe. Der Einsatz von Lang-Lkw auf deutschen Straßen kann einer Studie zufolge positiv für den Klimaschutz sein – wenngleich die Wirkung insgesamt gering wäre. Dem Papier zufolge wird der CO2-Ausstoß um 11 Prozent gesenkt, wenn man das gleiche Ladungsvolumen in den neuen, gut 25 Meter langen Fahrzeugen transportiert statt in normalen Lastwagen.

Die am Donnerstag vom Landesumweltamt publizierte Studie kommt von den Unternehmen Prognos und Thinkstep, sie war 2015 von der Landesregierung Baden-Württemberg und dem Lkw-Hersteller Daimler in Auftrag gegeben worden. Die Autoren prognostizieren für 2030 eine minimale Absenkung der Emissionen im gesamten deutschen Güterverkehr um 0,22 Prozent durch Gigaliner, auch weil die Einsatzmöglichkeiten begrenzt sind.

Kritik am Lang-Lkw hält an

„Die Gutachter haben festgestellt, dass Lang-Lkw für den Transport von leichten und voluminösen Gütern wirtschaftlich sinnvoll sind und sich positiv auf das Klima auswirken“, sagt Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Trucks und Busse. Bei den untersuchten Werksverkehren von Daimler könnten im Mittel elf Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. „Im Kampf gegen den Klimawandel zählt jedes eingesparte Gramm CO2 – und mit Lang-Lkw können wir weitaus mehr sparen als nur ein paar Gramm“, so Daum weiter.

Lang-Lkw fahren auf bestimmten Autobahn-Strecken, Lkw-Hersteller und Transportunternehmen fordern aber eine Ausweitung des Streckennetzes. Umweltschützer sehen die Fahrzeuge hingegen kritisch. Sie befürchten eine Verlagerung von Transporten von der Schiene auf die Straße. Martin Daum hält dagegen: „Aus der Studie geht hervor, dass nennenswerte Verlagerungen von Transporten von der Schiene auf die Straße nicht zu erwarten sind.“ Der Bund für Umwelt und Naturschutz blieb nach Bekanntgabe der Studienergebnisse dennoch bei seiner Ablehnung. Gigaliner seien ein „Flop für den Klimaschutz“. Die geringen CO2-Einsparmengen seien „völlig irrelevante Größen“, erklärte Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch.

Diskussion um den Gigaliner wird sachlicher

Der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg wertete die Ergebnisse positiv. Er forderte das Land zur Freigabe des ganzen Autobahnnetzes im Südwesten auf. Dafür plädierte auch der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, Wolfgang Grenke. Ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums sagte, der Minister werde das Gutachten sorgfältig prüfen. Dann werde man über die weiteren Schritte entscheiden. Der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Andreas Schwarz, sagte: „Es ist gut, dass wir mit dem Gutachten jetzt zu einer Versachlichung in der Diskussion kommen.“ Aus Sicht der Grünen sei der Lang-Lkw aber weiterhin nur ein Nischenprodukt.

Der Verkehrsexperte der CDU im Landtag, Thomas Dörflinger, meinte, Lang-Lkw könnten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Auch wenn dieser gering sein mag, muss er doch im Verhältnis zum zu betreibenden Aufwand gesehen werden: Die Mehrkosten im Betrieb für einen Lang-Lkw im Vergleich zu konventionellen Lkw sind minimal.“ FDP-Verkehrsexperte Jochen Haußmann sieht bei Lang-Lkw nun Minister Hermann am Zug. „Ich erwarte seinen Beitrag, um die unnötigen Hürden in Gestalt der Strecken- und Sondererlaubnisse abzuschaffen.“ (dpa/jt)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION BADEN-WÜRTTEMBERG.

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Logistikregion Baden-Württemberg, Daum, Martin, Mittlere & schwere Lkw ab 7,5 t, CO2 und Luftschadstoffe in Transport & Logistik, Daimler Trucks & Services


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