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Drohne im Testbetrieb

Neue Technologien werden die Logistikprozesse nach Ansicht der meisten Unternehmen stark verändern

©DPDGroup

Studie: Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Laut einer Umfrage des Digitalverbands bitkom erwartet eine Mehrheit der Unternehmen den Einsatz von neuen Technologien in der Logistik. Viele sehen die Digitalisierung als große Herausforderung.

Berlin. Die aufwändige Inventur im Lager, der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, könnten schon bald Auslaufmodelle sein. Bereits in zehn Jahren wird sich die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit der Unternehmen völlig verändern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 508 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern mit Logistikprozessen aus allen Branchen im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (bitkom).

Datenbrillen, Drohnen und AI sind die Zukunft

Drei Viertel der Unternehmen erwarten demnach, dass Datenbrillen in den Logistikprozessen weit verbreitet sein werden. Zwei Drittel glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen. 6 von 10 rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Ähnlich viele gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden, 4 von 10 (42 Prozent) sind der Meinung, dass Drohnen und Lieferroboter die Produkte sogar bis zum Kunden bringen.

„Die Logistik ist bereits heute einer der digitalsten Unternehmensbereiche“, sagt Bitkom- Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence (AI) steht der Logistik nicht nur eine Optimierung von Geschäftsprozessen bevor, sondern eine echte Revolution.“

Digitalisierung als große Herausforderung

Drei Viertel der Unternehmen sehen die Digitalisierung aktuell aber auch als eine der größten Herausforderungen. Dabei sehen sie die Digitalisierung als solche als herausfordernd, nicht die Kosten der Digitalisierung – diese werden nur von 15 Prozent der Unternehmen genannt.

„Die Unternehmen scheuen nicht vor Investitionen in die Digitalisierung zurück, aber ihnen fehlt das Know-how, um die digitale Transformation aktiv gestalten zu können“, so Rohleder. Dabei sieht die große Mehrheit der Firmen eine Vielzahl von Vorteilen durch digitale Technologien in der Logistik, wie die Senkung der Kosten, eine Beschleunigung des Transports sowie einen umweltfreundlicheren Transport.

Fehlendes Know-How für zukunftsorientierte Lösungen

Die Umfrage zeigt auch, dass eine große Mehrheit bereits heute digitale Technologien in der Logistik einsetzt. Besonders häufig kommen fahrerlose Staplersysteme zum Einsatz oder sind in Planung. Weit verbreitet sind zudem smarte Container und Lagerroboter. Datenbrillen für die Mitarbeiter nutzen immerhin schon acht Prozent der Unternehmen, 14 Prozent planen deren Einsatz. Intelligente Handschuhe, 3D-Drucker, autonome Fahrzeuge, selbstlernende Maschinen sowie Drohnen werden bisher nur bei einigen wenigen in die Logistikprozesse einbezogen oder sind in Planung. Auch bei den digitalen Anwendungen seien vor allem Standardlösungen weit verbreitet.

Hier sieht die Studie Handlungsbedarf. „Wer damit rechnet, dass Zukunftstechnologien wie Drohnen, selbstlernende Systeme oder Datenbrillen bereits in zehn Jahren die Logistik bestimmen werden, der muss dafür heute die Weichen stellen und mit den Lösungen zumindest experimentieren“, sagt Rohleder. „Es muss darum gehen, das entsprechende Know-how ins eigene Unternehmen zu bekommen und dort zu halten.“

Digitale Hubs und geschulte Mitarbeiter

Nach Ansicht des Bitkom ist es dazu entscheidend, den Austausch zwischen etablierten Unternehmen in der Logistik mit Mittelständlern und Start-ups zu forcieren. In zwei Digitalen Hubs zur Logistik sollen in Hamburg und Dortmund zudem Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie Investoren zusammenkommen, um ganz konkret Logistikprobleme der Zukunft zu lösen. „Damit sorgen wir dafür, dass in den deutschen Leitindustrien, zu denen die Logistik gehört, die digitale Transformation nicht nur gelingt, sondern gestaltet und vorangebracht wird“, sagt Rohleder.

Damit Deutschland im Bereich der Logistik auch in Zukunft weltweiter Leitanbieter von Lösungen und Technologien bleibt, müssen aus Bitkom-Sicht auch entsprechende Rahmenbedingungen entwickelt werden. Zudem müsse angesichts der bevorstehenden Veränderungen die Digitalkompetenz der Beschäftigten in der Logistik verbessert werden. Dazu sei neben einer Anpassung der Ausbildungsberufe eine Unterstützung der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter notwendig. (jt)

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