Oder-Havel-Wasserstraße, Binnenschiff

Der Oder-Havel-Kanal zwischen Berlin und der deutsch-polnischen Grenze ist wegen eines Bombenfundes wochenlang gesperrt

©Julie Woodhouse/ImageBroker/picture-alliance

Schifffahrtsroute nach Polen blockiert

Mit der Havel ein wichtiger Wasserweg für die Berufsschifffahrt derzeit gleich an zwei Stellen gesperrt. Auch für den Gütertransport gibt es kaum Alternativen.

Eberswalde. Nach der Sperrung der Oder-Havel-Wasserstraße bei Oranienburg wegen eines Bombenverdachts muss die Berufsschifffahrt den Betrieb auf der Route Berlin-Stettin weitgehend einstellen. Eine Umfahrung in Richtung Polen über den Oder-Spree-Kanal und die Oder sei wegen geringer Wasserstände für viele Schiffe nicht möglich, sagte der Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Eberswalde am Montag nach einer Krisensitzung. „Die Oder hat derzeit Flachstellen in der Fahrrinne von nur 1,25 Metern, Tendenz fallend“, erläuterte Dosch.

Ein voll beladenes Güterschiff benötige jedoch mindestens 1,80 bis 2,00 Meter Wassertiefe, meinte Dosch. „Doch ein Frühjahrshochwasser ist bislang nicht in Sicht.“ Auch dürften die Schubverbände auf dem Kanal wegen der Abmessungen der Schleusen nur eine maximale Länge von 67 Metern haben, berichtete Dosch. Die Deutsche Binnenreederei habe bereits erklärt, dass diese Umfahrung keine Alternative sei.

Kleine Reedereien fürchten um ihre Existenz

„Für kleinere Reedereien kann diese Entwicklung existenzbedrohend sein“, sagte Dosch. In Oranienburg war vergangene Woche in einer Kleingartenanlage am Ufer eine mögliche Weltkriegsbombe geortet worden. Zur Freilegung des georteten Objekts in sieben Metern Tiefe müssen wegen des hohen Grundwasserspiegels zunächst Spundwände gesetzt werden. Daher soll die Wasserstraße an dieser Stelle bis Ende Mai gesperrt bleiben. Betroffen sind auch rund 10.000 Freizeitskipper, die jährlich dort fahren.

Das WSA bietet der Berufsschifffahrt an, nach einer Anmeldung mit Daten zu den Schiffen die Möglichkeit einer Umfahrung über die Oder zu prüfen. „Dann könnte auch auf dem problematischen Abschnitt zwischen Eisenhüttenstadt und Hohensaaten ein Lotse an Bord kommen“, sagte Dosch. Zudem werde mit der Stadt Oranienburg darüber gesprochen, ob eine bereits mit dem WSA arbeitende Firma die Arbeiten an der Gefahrenstelle der vermuteten Bombe übernehmen könnte. „Damit könnten etwa zwei Wochen eingespart werden“, so der Sprecher.

Auch die Schleuse Zaaren ist bis August dicht

Bis Anfang August ist auf der Oberen Havel auch die Schleuse Zaaren wegen Verzögerungen bei Bauarbeiten gesperrt. (dpa/ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special BINNENSCHIFFFAHRT & MULTIMODALE TRANSPORTE.

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