Blockabfertigung an der österreichischen Grenze
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An der Grenze zu Tirol wird es durch Blockabfertigungen am Samstag und Montag wohl erneut zu langen Staus kommen

©Roland Mühlanger/Picturedesk/APA/Picture-Alliance

SAMSTAG UND MONTAG WIEDER LKW-BLOCKABFERTIGUNG IN TIROL

In den nächsten Tagen plant Tirol erneut Lkw an der Grenze nur schubweise abzufertigen. Mit Staus ist daher zu rechnen. Die Kritik an der Maßnahme wird derweil lauter.

Rosenheim. Die Behörden in Tirol haben für Samstag und Montag erneut Blockabfertigungen für Lkw angekündigt. Bei mehr als 250 Lkw pro Stunde sollen sie ausgebremst und gegebenenfalls vor der Grenze angehalten werden, wie die Polizei in Rosenheim am Donnerstag mitteilte. Auf der Inntalautobahn A 93 erwarten die Beamten daher starke Verkehrsbehinderungen auf bayerischer Seite.

Auch die Autobahn 8 in Richtung Salzburg und München könnte vom Rückstau betroffen sein. Mit der Blockabfertigung will die Tiroler Landesregierung nach einem Feiertag am Freitag und nach dem Sonntagsfahrverbot Staus im Großraum Innsbruck und Richtung Brenner verhindern.

IHK kritisiert Blockabfertigung

Die Verkehrssituation auf dem Brennerkorridor soll Thema eines Gipfeltreffens in München sein. Noch vor Weihnachten soll dabei eine Lösung für den Lkw-Transitverkehr in Richtung Italien gefunden werden. Daran werden nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums Deutschland, Österreich und Italien unter der Leitung der EU-Kommission teilnehmen. Ein genaues Datum für den Gipfel stand am Donnerstag noch nicht fest. Für das deutsche Ministerium ist die Blockabfertigung der falsche Weg.

Auch die IHK für München und Oberbayern übt Kritik an der Maßnahme Tirols. Die Blockabfertigungen seien „keine geeigneten Antworten auf die Herausforderungen im alpenquerenden Güterverkehr“, heißt es in einer Stellungnahme der IHK. „Anstelle von solchen nicht abgestimmten Alleingängen brauchen wir in Transitfragen eine grenzübergreifende Strategie von München bis Verona“, sagt IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer. Ein lösungsorientierter und konstruktiver Dialog müsse alle Interessen berücksichtigen. Blockabfertigungen führten bei den Unternehmen zu erheblichen Zeit- und Umsatzeinbußen und erschwerten die Planungen.

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Alpentransit auf die Schiene verlagern

Angesichts der zu erwartenden Verkehrsbehinderungen stellt Dettendorfer die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme in Frage und betont, dass kurzfristig Kompromisse durchaus möglich seien. Dazu gehöre beispielsweise eine Durchfahrtserlaubnis für Lkw, die ab Wörgl die rollende Landstraße (RoLa) bis zum Brenner beziehungsweise nach Trient nutzen sowie die Lockerung des Nachtfahrverbots im Inntal.

Der Königsweg bleibe laut IHK aber, den Bahnanteil im Güterverkehr über die Alpen weiter zu erhöhen. Etwa beim Brenner-Nordzulauf müssten Bund und Bahn daher „endlich aufs Tempo drücken“, so Dettendorfer. Außerdem benötige Bayern mehr Knotenpunkte für die RoLa und Güterbahnhöfe sowie ein zuverlässigeres und flexibleres Angebot der Bahn. „Allein mit den Lippenbekenntnissen der vergangenen Jahre werden nicht mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert“. (dpa/jt)

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