Reifen
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©Christian Charisius/dpa/picture-alliance

REIFENHERSTELLER SCHUMMELN BEI EU-REIFENLABEL

Lkw-Reifen sind oft nicht so sparsam wie angegeben. Bei einem Test des WDK fiel jeder fünfte Reifen durch.

Berlin. Lkw-Reifen sind teilweise nicht so sparsam wie angegeben. Zu diesem Ergebnis kommen der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (WDK) und Marktüberwachungsbehörden. Demnach gehörte knapp ein Fünftel der untersuchten Reifen zu einer schlechteren Effizienzklasse beim Rollwiderstand als vom Hersteller oder Importeur angegeben.

Sechs Reifen fallen durch

Der WDK hat gemeinsam mit dem Landesamt für Mess- und Eichwesen Rheinland-Pfalz und dem Landeseichamt Sachsen-Anhalt bei 31 Lkw-Reifentypen untersuchen lassen, ob die richtigen Effizienzklassen angegeben wurden. Laut WDK waren Reifen aus allen Preisklassen und einer möglichst großen Anzahl von Herstellern in der Stichprobe. Alle Reifen waren nach De-Minimis förderfähig. Geprüft hat die Pneus ein laut WDK ein unabhängiges, akkreditiertes Prüflabor. Es kam zu dem Schluss, dass sechs der 31 Testtypen zu einer schlechteren Effizienzklasse gehörten als vom Hersteller oder Importeur angegeben.

Der WDK weist darauf hin, dass unter den beanstandeten Reifen keine von WDK-Herstellern waren.

Wie der WDK mitteilte, wurden gegen die Hersteller oder Importeure der auffälligen Reifen ordnungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet. Sie wurden außerdem aufgefordert, Werbematerial und Internettexte den Ergebnissen entsprechend zu ändern.

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Hintergrund

Seit November 2012 ist das EU-Reifenlabel verpflichtend für neue Pkw-, Leicht-Lkw- und Lkw-Reifen (Verordnung 1222/2009/EG). Es gibt an, wie gut ein Reifen auf nasser Straße bremst, wie kraftstoffeffizient er ist und wie laut er abrollt. Damit sollen die Kaufentscheidungen der Endnutzer zugunsten von Reifen beeinflusst werden, die sicherer, kraftstoffeffizienter und geräuschärmer sind. Dies wiederum soll die Reifenhersteller dazu animieren, die betreffenden Reifenparameter zu optimieren.

Für Lkw-Reifen seien laut WDK zwar keine Label-Kennzeichnungen auf dem Reifen erforderlich, aber auch bei diesen Reifen müssen die drei genannten Reifenparameter gemessen und auf der Rechnung, im Werbematerial und auf Internetseiten angeben werden, um den Spediteuren und Fuhrparkmanagern eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen. Außerdem werden im Rahmen der Förderung des Güterkraftverkehrs (De-Minimis-Beihilfe) seit 2016 Lkw-Reifen mit den niedrigsten Energie-Effizienz-Klassen (A bis C) und der geringsten Geräuschentwicklung (eine Schallwelle) gefördert. (ks)

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