Immer wieder ein Problem: Wenn Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen Radfahrer nicht sehen können, hat das oft gefährliche Folgen (Symbolbild)

©Stephan Rumpf/SZ Photo/picture-alliance

Prozess gegen Lkw-Fahrer wegen Tod einer Radfahrerin beginnt

Am Dienstag hat der Prozess gegen einen 49-Jährigen angefangen. Er soll eine Frau auf dem Fahrrad beim Rechtsabbiegen übersehen und sie mit seinem Sattelzug überrollt haben.

Berlin. Ein Lastwagen-Fahrer, der beim Rechtsabbiegen mit seinem Sattelzug eine Radfahrerin erfasst und überrollt haben soll, muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten verantworten.

Laut Anklage wollte der 49-Jährige am 23. Januar 2018 bei grünem Ampellicht am Kaiser-Wilhelm-Platz in Berlin-Schöneberg in die Hauptstraße abbiegen. Dabei sei er nicht langsam genug gefahren und habe eine Radfahrerin nicht gesehen, die in gleicher Fahrtrichtung unterwegs war. Die 52-Jährige wurde vom Fahrzeug überrollt und verstarb noch am Unfallort.

Angeklagter hat Aufprall nicht bemerkt

Der Angeklagte erklärte, dass er vor dem Abbiegen in die Lkw-Spiegel geschaut habe. „Da war keine Radfahrerin.“ Nach seiner Auffassung sei er langsam genug gefahren - mit maximal 15 oder 20 Stundenkilometern. „Es ist mir absolut unerklärlich, wie das passiert ist“, sagte der Mann. Einen Aufprall habe er nicht bemerkt. Als er gesehen habe, dass ein Fahrrad hinter seinem Fahrzeug lag, habe er angehalten.

Der Prozess soll am kommenden Dienstag fortgeführt werden. Dann sollen ein Gutachten und weitere Zeugen angehört werden, darunter auch ein anderer Radfahrer, der am Unfallort Erste Hilfe geleistet haben soll.

Anfang des Jahres kamen in Berlin zwei Frauen (68 und 79 Jahre alt) auf dieselbe Weise ums Leben. Eine dritte Frau (35) starb, nachdem sie von einem rechtsabbiegenden Bus erfasst worden war. (dpa/sn)

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Logistikregion Berlin-Brandenburg, Straßenverkehrsrecht & StVO


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