Polizei, Blaulicht

Mehrere Polizeistreifen mit Blaulicht hatte der Fahrer ignoriert

©Benjamin Beytekin/dpa/picture-alliance

Prozess gegen angetrunkenen Lkw-Fahrer nach Geisterfahrt und Unfall

Der Fahrer soll betrunken von einem Rastplatz an der A 67 bei Darmstadt entgegen der Fahrtrichtung gestartet und auf die A 5 gefahren sein. Dabei streifte er ein Fahrzeug, die Fahrerin wurde verletzt.

Darmstadt. Wegen versuchten Totschlags bei einer Geisterfahrt mit einem 40-Tonner muss sich seit Mittwoch ein 48 Jahre alter Lkw-Fahrer vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Er soll am Abend des 3. November 2018 betrunken von einem Rastplatz an der A 67 bei Darmstadt entgegen der Fahrtrichtung gestartet und auf die A 5 gefahren sein. Gegen 22.15 Uhr hat er laut Anklage bei Pfungstadt ein entgegenkommendes Auto gestreift, die Seitenscheiben zerstört und die 32 Jahre alte Fahrerin unter anderem am Auge verletzt. 

Den mit 80 Stundenkilometern weiterfahrenden Sattelschlepper konnte schließlich eine Polizeistreife wenige Minuten später bei Zwingenberg auf der Autobahn stoppen. Zuvor soll der Fahrer, der laut Polizei in Unterwäsche am Steuer gesessen haben soll, mehrere Polizeistreifen mit Blaulicht ignoriert haben. Die Fahrt wurde von Kameras an der Autobahn teilweise aufgezeichnet. Ein Zeuge filmte ein Video mit einem Handy. 

Während der Verteidiger den Vorwurf einräumte, erklärte der Angeklagte, sich nicht mehr erinnern zu können. „Ich habe eine Gedächtnislücke“, sagte er. „Ich erinnere mich erst an das Schrappen durch den Unfall.“ Allerdings hatte der Angeklagte am Tag nach seiner Festnahme auf der A 5 beim Ermittlungsrichter eingeräumt, drei Stunden vorher mehrere Gläser Whisky-Cola und Medikamente gegen eine Grippe eingenommen zu haben. Er hatte sich damals auch an entgegenkommende Autos erinnert. Laut Anklage hatte er zur Tatzeit mindestens 1,58 Promille Alkohol intus. (dpa)

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