Deutsche Post DHL, Post-Tower, Bonn

Allen Mitarbeitern der Deutschen Post verspricht das Unternehmen einen Bonus von 300 Euro

©Daniel Kalker/dpa/picture-alliance

Post wagt nach Gewinnanstieg im zweiten Quartal wieder Ausblick

Das Unternehmen plant für dieses Jahr nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro und damit um über eine Milliarde Euro weniger als noch vor der Corona-Krise.

Bonn. Die Deutsche Post blickt nach einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal wieder mit etwas mehr Gewissheit auf das laufende Jahr. 2020 strebt das Unternehmen nun auf Konzernebene ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Bonn mitteilte. Im Vorjahr hatte das operative Ergebnis noch bei 4,1 Milliarden Euro gelegen, ursprünglich hatte die Post für dieses Jahr - ohne die Corona-Folgen - mit mehr als 5 Milliarden Euro Ergebnis gerechnet. Die Post hatte ihren Ausblick Anfang April zurückgezogen. Auch für das Jahr 2022 setzte sich die Post neue Finanzziele.

Im zweiten Quartal hat das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen einen Anstieg des operativen Ergebnisses von 769 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 890 Millionen Euro dieses Jahr erreicht. Darin seien neben Belastungen von rund 100 Millionen Euro aus der Neuausrichtung des Elektrolieferwagens Streetscoter auch weitere 100 Millionen Euro an Sonderabschreibungen enthalten, die durch die Maßnahmen des Corona-Lockdowns ausgelöst wurden. Im Verlauf des zweiten Quartals hätten sich die unter Druck geratenen Bereiche wieder zu normalisieren begonnen - die vom Onlinehandel getriebenen Sendungen seien international wie auch in Deutschland positiv zum Tragen gekommen.

Bonus für die Mitarbeiter – aber Entlassungen nicht vom Tisch

Weiter teilte das Unternehmen, dass alle Mitarbeiter der Deutschen Post weltweit einen Bonus von 300 Euro bekommen. „Wir wissen genau, wer in diesen Zeiten einen hervorragenden Job gemacht hat“, sagte Vorstandschef Frank Appel am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zuvor war ein solcher Bonus vonseiten einer kleineren Gewerkschaft vorgeschlagen worden - der Post-Chef stritt jedoch ab, mit der Maßnahme auf diesen Vorstoß reagiert zu haben. Insgesamt veranschlagt das Unternehmen dafür rund 200 Millionen Euro.

Trotz eines insgesamt positiven Verlaufs des zweiten Quartals schloss Appel Entlassungen nicht vollständig aus. Wenn es Kunden aufgrund der Corona-Krise schlecht gehe, habe das Auswirkungen auf die Post als Dienstleister. „Wir werden aber alles versuchen, das für unsere Mitarbeiter so erträglich wie möglich zu gestalten“, erklärte Appel. So habe man im Laufe der Krise etwa Beschäftigte vorübergehend in anderen Sparten untergebracht.

Zwischen 4,7 und 5,3 Milliarden Euro Umsatz in 2022 erwartet

Da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie noch immer schwer absehbar bleiben, stellt die Post für 2022 mehrere Szenarien auf. Im günstigsten Fall einer schnellen Erholung rechnet der Konzern - wie bereits vormals prognostiziert - mit einem operativen Ergebnis von mehr als 5,3 Milliarden Euro. Sollte es hingegen Rückschläge geben, geht man im pessimistischsten Szenario von 4,7 Milliarden Euro aus.

An ihre Aktionäre will die Post - wie in den Vorjahren - 1,15 Euro pro Aktie auszahlen. Vor Corona habe man über eine Erhöhung auf 1,25 Euro nachgedacht, berichtete Finanzvorständin Melanie Kreis. Angesichts der letzten Monate habe man sich nun stattdessen für Stabilität und den Mitarbeiter-Bonus entschieden. Die Hauptversammlung muss diesem Vorschlag am 27. August noch zustimmen - wie üblich in diesen Zeiten per Online-Beschluss. (dpa/sn)

 

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