Autobahn in Polen

Ein polnischer Lkw-Fahrer verdient umgerechnet zwischen 500 und 1000 Euro brutto

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Polnische Lkw-Fahrer: Entsendung statt Dienstreise

Ein polnischer Lkw-Fahrer verdient nur ein Viertel als festes Gehalt, der Rest sind Sonderzahlungen – zu Lasten seiner Sozialversicherung. Dies soll sich nun ändern, doch die Branche befürchtet steigende Kosten.

Warschau. Das polnische Verkehrsministerium will die finanzielle Absicherung von Lkw-Fahrern stärken. Ein jetzt präsentierter Gesetzentwurf sieht vor, dass die Touren von Fahrern im internationalen Güterverkehr nicht mehr als Dienstreise, sondern vielmehr als Entsendungen der Fahrer ins Ausland behandelt werden. Dies bedeutet konkret, dass die Entlohnung für diese Reisen vollkommen vom Gehalt des Fahrers und nicht mehr von Spesen und anderen Pauschalen gedeckt wird. Auf diese Weise soll der Anteil des festen Gehaltes, für das Renten-, Arbeitslosen- und Krankenkassenbeiträge abgeführt werden, deutlich erhöht werden.

Derzeit erhalten polnische Lkw-Fahrer durchschnittlich nur rund ein Viertel ihrer Bezahlung in Form eines Grundgehaltes, etwa 75 Prozent dagegen setzen sich aus Spesen und Sonderzahlungen zusammen. Die geplanten Änderungen sollen EU-Vorgaben gegenüber Polen erfüllen. Die einheimische Transportbranche befürchtet indessen weitere Kostensteigerungen durch die voraussichtlich höheren Sozialabgaben.

Laut einer Untersuchung aus dem vergangenen Jahr verdient ein polnischer Lkw-Fahrer in der Regel zwischen 2000 und 4000 Zloty (knapp 500 bis 1000 Euro) brutto, ein Viertel von ihnen bringt mehr als umgerechnet 1000 Euro brutto nach Hause. Viele bessern sich diese Entlohnung mit gezielt geleisteten Überstunden und anderen Extras deutlich auf. (mk)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special POLEN – TRANSPORT & LOGISTIK.

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Polen – Transport & Logistik, Lkw-Fahrer & Berufskraftfahrer, Löhne und Gehälter in Transport, Spedition & Logistik

  • 13.03.2018

    Alex

    Wenn ich sowas schon lese "die Branche befürchtet steigende Kosten."
    Die letzten Jahrzehnte haben se ja wohl genug gespart, auf Kosten des letzten Endes, des Rattenschwanzes.

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