Lkw, Autobahn, Polen

Betrügerische Firmen treiben kleine Speditionen in Polen in den Ruin. Durch die Corona-Krise verschlimmert sich die Lage noch

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Polen: Schuldenspirale trifft vor allem kleine Speditionen

Bereits jeder vierte Logistiker in Polen steckt in den roten Zahlen. Die aktuelle schwierige Marktlage verstärkt diesen Trend. Hinzu kommen betrügerische Vermittler von Aufträgen und eine oft laxe Zahlungsmoral, die kleine Firmen in Existenznot bringen.

Warschau. Polnische Speditionen haben immer größere Probleme mit Schulden und damit, das Geld für ihre Dienstleistungen einzutreiben. Branchenvertreter fordern dringend strengere Gesetze und Vorschriften. Es sei nicht selten, dass für eine Dienstleistung erst mit 200 Tagen Verzögerung gezahlt werde.

Ein noch größeres Problem seien betrügerische Firmen, die als „Mittelsmänner“ bei der Vergabe von Aufträgen fungieren. Dieses Problem stellte das Beratungsunternehmen Consulting Transport in seinem neuesten Bericht in den Vordergrund und sprach sogar von mafiösen Strukturen, die besonders kleinen Speditionen schwer zu schaffen machten.

Auch schon ohne die Corona-Krise wuchs die Verschuldung polnischer Logistiker in den letzten Jahren stetig an und überschreitet jetzt 1 Milliarde Zloty (220 Millionen Euro), nachdem es Anfang Februar 2020 noch 843 Millionen Zloty gewesen waren. Fast jedes vierte Unternehmen der Branche ist verschuldet mit einem durchschnittlichen Minus von knapp 40.000 Zloty (9000 Euro) pro Firma. Selbst wenn die Coronavirus-Krise also für die meisten Logistiker glimpflich ausgehen sollte, ist mit zahlreichen Konkursen kleiner und mittlerer Marktteilnehmer zu rechnen. (mk)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special POLEN – TRANSPORT & LOGISTIK.

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