Frau Karriere Superheld

Die Gleichstellung von Frauen und Männern am deutschen Arbeitsmarkt schreitet nur zäh voran: Der Anteil von Frauen in Leitungspositionen ist mit 14 Prozent weniger als halb so hoch wie der von Männern, geht es aus einer aktuellen Studie hervor

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Personal: Frauen und Männer sind noch nicht gleichgestellt

Laut einer Untersuchung von ZEW und IAB im Auftrag des BMAS setzen aber immer mehr Betriebe gezielt Maßnahmen ein, um der Chancenungerechtigkeit am Arbeitsplatz entgegenzuwirken.

Mannheim. Immer mehr Betriebe setzen gezielt Maßnahmen ein, um Chancenungerechtigkeit zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern entgegenzuwirken. Das geht aus dem Monitor „Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsplatz“ hervor, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) unlängst erstellt hat. Laut dem Monitor möchte jeder vierte Betrieb den Anteil von Frauen in Führungspositionen steigern. Größere Betriebe verfolgen dieses Ziel mit knapp 40 Prozent häufiger als kleinere Betriebe.

Maßnahmen der Frauenförderung

„Flexible Arbeitszeiten, Teilzeit für Führungskräfte und spezielle Weiterbildungen sind beliebte Maßnahmen der Frauenförderung. Während kleinere Betriebe bis auf Mentoring-Programme und Förderpläne alle Maßnahmen sehr häufig anwenden, konzentrieren sich größere Betriebe eher auf flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeit für Führungskräfte und gezielte Weiterbildungsprogramme“, erläutert Juniorprofessorin Dr. Susanne Steffes, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung“ und Ko-Autorin der Studie.

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770 Personalexperten befragt

Die ZEW- und IAB-Wissenschaftler befragten für den Monitor 770 Personalverantwortliche aus Betrieben der Privatwirtschaft mit mindestens 50 Beschäftigten sowie 7.100 Beschäftigte dieser Betriebe in den Jahren 2012/2013 und 2014/2015. Demnach sind Frauen bei Leitungspositionen mit 14 Prozent (Männer: 32 Prozent) nach wie vor unterrepräsentiert und fühlen sich durch ihren Arbeitgeber auch weniger gefördert als ihre männlichen Kollegen. Ein möglicher Grund: Laut der Untersuchung arbeiten vier von zehn Frauen und nur drei Prozent der Männer in Teilzeit. 

Frauen in Teilzeit sind zufriedener 

Trotzdem sind Frauen im Durchschnitt genauso zufrieden mit ihrer Arbeit und ihrem Gehalt wie Männer. Frauen in Leitungspositionen geben jedoch häufiger an, bei Personalentscheidungen wie Beförderungen oder Gehaltserhöhungen benachteiligt zu sein als Männer in gleicher Funktion. Teilzeitbeschäftigte Frauen fühlen sich dagegen in diesen Punkten gerechter von ihrem direkten Vorgesetzten behandelt als Frauen in Vollzeit. Und das, obwohl teilzeitbeschäftigte und Frauen ohne Vorgesetztenfunktion etwas seltener an beruflicher Weiterbildung teilnehmen als Männer.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ARBEITSRECHT & PERSONALWESEN FÜR SPEDITEURE UND LOGISTIKER.

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