Panalpina drängt weiter auf Wachstum

Panalpina: Die Integration in die DSV-Gruppe kostet Stellen

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Panalpina baut bis zu 165 Stellen in Basel ab

Das Baseler Traditionsunternehmen Panalpina war vor wenigen Monaten von dem dänischen Transport- und Logistikkonzern DSV übernommen worden.

Basel. Das Schweizer Logistikunternehmen Panalpina wird an seinem vormaligen Hauptsitz in Basel bis zu 165 Stellen abbauen. Hintergrund ist die nun anstehende Integration mit dem dänischen Logistikkonzern DSV, der Panalpina im August 2019 übernommen hatte. Den geplanten Stellenabbau bestätigte DSV-Panalpina nun auf Anfrage gegenüber der VerkehrsRundschau.

Wörtlich heißt es: „Im Rahmen der Integration werden überlappende Unternehmensfunktionen und -positionen abgebaut oder an den Hauptsitz in Dänemark verlagert, was zu einem Verlust von bis zu 165 Arbeitsplätzen führen kann.“ Die DSV Panalpina Gruppe habe die Mitarbeiter in Basel über ihre Pläne für den Standort informiert. Gleichzeitig wolle das Unternehmen aber seine logistische Präsenz im Raum Basel ausbauen, heißt es.

Erhebliche Duplikate von Unternehmensfunktionen

„Bei der Integration von Panalpina in die DSV Panalpina Gruppe sind wir uns bewusst, dass es erhebliche Duplikate von Unternehmensfunktionen gibt", sagt Jens Bjørn Andersen, CEO von DSV Panalpina. „Wir sehen auch in der IT-Abteilung erhebliche Überschneidungen, da IT-Systeme, die im zusammengeführten Konzern nicht mehr verwendet werden, auslaufen. Daher prüfen wir mehrere Restrukturierungsmaßnahmen. Nach unserer Analyse werden wir den Abbau von Arbeitsplätzen und die Verlagerung von Stellen an den Hauptsitz von DSV Panalpina in Dänemark nicht vermeiden können."

DSV Panalpina geht jedoch davon aus, dass nach Abschluss der Restrukturierung bis Ende des zweiten Quartals 2020 rund 50 Prozent der derzeitigen Panalpina-Mitarbeiter am Hauptsitz bleiben werden. Zu den verbleibenden Funktionen gehören unter anderem Positionen in den Bereichen Vertrieb, Operations, IT und Innovation.

Die Übernahme von Panalpina kostete DSV mehr als 4 Milliarden Euro

Branchenkennern zufolge war der Stellenabbau aber zu erwarten gewesen: Im August 2019 hatte der dänische Logistikkonzern DSV das Unternehmen Panalpina übernommen und mehr als rund 4,6 Milliarden Franken (umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro) bezahlt. Durch den Zusammenschluss von DSV und Panalpina entsteht nach Angaben der beiden Unternehmen weltweit eines der größten Transport- und Logistikunternehmen mit einem Pro-forma-Umsatz von rund 118 Milliarden Dänischen Kronen (DKK), umgerechnet 15,82 Milliarden Euro, und 60.000 Mitarbeitern in 90 Ländern. Panalpina beschäftigt derzeit 14.500 Mitarbeitern in 70 Ländern. 

DSV-Panalpina-Gruppe offen für weitere Zukäufe

Und der Hunger der DSV-Panalpina-Gruppe ist offenbar noch nicht gestillt. So kündigte Thomas Plenborg, Präsident des Verwaltungsrats von DSV Panalpina A/S, vergangene Woche gegenüber Medien weitere Übernahmen an: Wenn das Unternehmen in 12 bis 18 Monaten mit der Integration von Panalpina auf Kurs sei, „werden wir meiner Meinung nach über die Möglichkeit sprechen, das organische Wachstum durch eine weitere Fusion zu steigern. Die Branche ist nach wie vor sehr fragmentiert, und es gibt viel Raum für weitere Konsolidierungen.“

Außerdem bestätigte Plenborg, dass für DSV Panalpina eher größere als kleinere Akquisitionen angestrebt werden und dass Neuzugänge innerhalb der Landverkehrssparte (Road) wahrscheinlich als nächstes auf dem Radar stehen werden. Konkret sagte er dazu: „Wenn das neue Transportmanagementsystem des Unternehmensbereichs Road ausgereift und skalierbar ist, sind Erweiterungen in diesem Geschäftsfeld für uns attraktiv. Es geht darum, unser Netzwerk zu erweitern - auch innerhalb der Straße.“ (eh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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