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Ziel des Projekts ist es, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern

©KVV/ Paul Gärtner

Pakete in der Trambahn befördern

Ein Projekt in Karlsruhe will die bestehende Straßenbahn- und Eisenbahninfrastruktur für den Transport von Paketen in einer Gütertram nutzen.

Karlsruhe. Mit dem neuen Projekt LogikTram soll der Güterverkehr auf mittleren und kurzen Strecken stärker von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dabei sollen die bestehende Straßenbahn- und Eisenbahninfrastruktur genutzt werden, wozu ein fahrzeugtechnisches und logistisches Konzept für eine „Gütertram“ auf der Basis einer Karlsruher Zweisystem-Stadtbahn entwickelt werden soll.

Die Forscher erstellen das technische Konzept für eine „Gütertram“ auf der Basis einer Zweisystem-Stadtbahn nach dem „Karlsruher Modell“, das Straßenbahnstrecken in der Stadt und Eisenbahnstrecken im Umland bereits seit fast 30 Jahren kombiniert. Die AVG stellt hierfür ein älteres Fahrzeug zur Verfügung, welches speziell für die Anforderungen des Transports von Gütern angepasst und als erstes Demonstrationsobjekt getestet werden soll.

Durch eine variable Gestaltung des Innenraums soll Platz für die Güter geschaffen werden. Die Transportbehälter sollen automatisiert ein- und entladen sowie über Vorrichtungen wie Haken und Riegel gesichert werden. Eine präzise Positionierung der Bahnen an den Stationen ist wichtig, um die Transportbehälter zentimetergenau zu bewegen und die normalen Fahrgastwechselzeiten im Personenverkehr einzuhalten. Die bestehenden Fahrpläne sollen beibehalten werden.

Vorhandene Schieneninfrastruktur soll genutzt werden

LogikTram ist Teil der Gesamtinitiative RegioKargo, deren Partner neue Formen des Verkehrsträger-übergreifenden Warenladungs- und Lieferverkehrs erforschen und umsetzen wollen. Das Projekt ist am 1. März 2021 gestartet und auf drei Jahre angelegt. Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erhält es eine Förderung von insgesamt rund 2,75 Millionen Euro.

Im Rahmen des Projekts sollen zum einen Verkehre künftig stärker von der Straße auf die Schiene verlagert und zum anderen die letzte Meile der Belieferung emissionsfrei gestaltet werden. „Die vorhandene Infrastruktur des ‚Karlsruher Modells‘ bietet optimale Voraussetzungen, um neue Formen des Gütertransports zu entwickeln und in der Praxis zu erproben“, sagt Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG).

Das Konsortium setzt sich zusammen aus der der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) als Federführerin, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Offenburg, dem FZI Forschungszentrum Informatik sowie den Unternehmen Marlo Consultants, SimPlan, Init und Thales Deutschland. (tb)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special KEP – KURIER-, EXPRESS-, PAKETDIENSTE.

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