Air Berlin
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Am Freitag endet die Bieterfrist für Air Berlin. Immer mehr Interessenten werfen ihren Hut in den Ring

©Geisler-Fotopress/dpa/picture-alliance

Niki Lauda will für Air Berlin bieten

Am Freitag endet die Bieterfrist für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin. Offenbar gibt es eine neue Allianz um den ehemaligen Rennfahrer, die ein Angebot abgeben will.

Wien. Der frühere Rennfahrer Niki Lauda will nach eigenen Aussagen gemeinsam mit einer Allianz rund um die Fluggesellschaft Condor 100 Millionen Euro für die insolvente Air Berlin bieten. Eine Einschätzung über seine Chancen gab Lauda Donnerstagfrüh im Radiointerview des „Ö1 Morgenjournals“ nicht ab. „Jetzt müssen wir mal schauen, ob wir den Zuschlag bekommen“, so der 68-Jährige. Der Unternehmer Lauda hatte die Air-Berlin-Tochter Niki selbst gegründet und war mehrere Jahre Eigentümer. An diesem Freitag endet die Bieterfrist für Air Berlin.

Gemeinsam mit dem britischen Reiseveranstalter Thomas Cook und dessen Tochter, der Ferienfluggesellschaft Condor, habe Lauda nun Pläne für die Verwertung der Air-Berlin-Flieger und der begehrten Start- und Landrechte ausgearbeitet. „Man muss ein Konzept dahinter haben, wie man die Flugzeuge füllt, damit man vom ersten Tag an fliegen kann“, so Lauda. Zuerst hatte die Wiener Zeitung „Kurier“ über Laudas Pläne berichtet.

Interesse von verschiedensten Seiten

Im Bieterrennen um die insolvente Airline habe Lufthansa einen Vorteil, weil dort bereits seit März an dem Projekt der Übernahme gearbeitet werde. Für Lauda sei aber fraglich, ob die Kartellbehörden einem möglichen Monopol zustimmen würden. „Sollte Lufthansa alles bekommen, gibt es in Österreich gar keine Konkurrenz mehr.“ Passagiere und Reisebüros bräuchten aber Wettbewerber am Markt.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt unter anderem mit dem Primus Lufthansa über einen Verkauf von Unternehmensteilen. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich. Verhandelt wird laut Air Berlin auch mit drei weiteren Airlines. Beobachter nennen etwa Easyjet und Condor.

Interesse angemeldet haben auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl und der frühere EnBW-Chef Utz Claassen. Aus Berlin hoben die Spedition Zeitfracht und ein Hotelier die Hand, aus Österreich jetzt Niki Lauda. Zuletzt brachte sich auch der chinesische Betreiber des Flugplatzes Parchim ins Gespräch.

Flugausfälle gefährden Verkaufsgespräche

Wöhrl warnte derweil vor einem Scheitern der Gespräche. Mögliche Investoren könnten durch die jüngsten Flugausfälle „verunsichert werden und sich aus dem Bieterverfahren zurückziehen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Bisher konnte ich unsere Partner bei der Stange halten, aber auch in diesem Kreis fragt man sich, ob die Piloten wissen, was sie tun.“

Seit Tagen fallen bei Air Berlin zahlreiche Flüge aus, weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten. Hinter der Krankheitswelle wird ein illegaler Streik der Piloten vermutet. Am Mittwoch wollten viele Crews an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Wöhrl befürchtet zudem, dass der staatliche 150-Millionen-Euro-Kredit verbraucht sein könne, ehe die Kaufverträge ausgehandelt seien. Das würde zur „Einstellung des Flugbetriebes und damit möglicherweise zu einem klassischen Insolvenzverfahren führen“, sagte er. (dpa/jt)

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Luftfracht & Aircargo, Deutsche Lufthansa