Der Handelsriese Metro begründet die neuen Frachtkonditionen für seine Transportdienstleister unter anderem mit dem Einbruch des Dieselpreises

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Metro senkt Frachtraten für Transportdienstleister

Laut einem der VerkehrsRundschau vorliegenden Schreiben an die Transportdienstleister kürzt Metro Logistics rückwirkend zum 1. April die Frachtraten um 2,5 Prozent.

Düsseldorf. Metro Logistics kürzt rückwirkend zum 1. April die Frachtraten seiner Transportdienstleister um 2,5 Prozent. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der VerkehrsRundschau vorliegt. „Aufgrund der seit Jahresbeginn sinkenden Rohölpreise und der daraus resultierenden Dieselpreissenkungen sowie der Preisentwicklungen auf den Frachtmärkten sind Markteinflussfaktoren gegeben, die in Ihrem Unternehmen und Geschäftsfeld zu Einsparungen führen, die bis dato nicht anteilig an die Metro Logistics weitergegeben werden“, formulierte die Logistik-Abteilung des Handelsriesen in einem Schreiben vom 8. Mai an seine Transportdienstleister.

Das Schreiben wurde der VerkehrsRundschau von einem betroffenen Transportdienstleister übermittelt. Der möchte aus nachvollziehbaren Gründen anonym bleiben, erläutert aber erbost, dass Metro Logistics in Zeiten der Corona-Pandemie zahlreiche Zusatzdienstleistungen als unentgeltliche Mehrarbeit gerne für sich genutzt hat. „Jetzt senken sie die Frachtraten mit Blick auf die Dieselkosten, in der Vergangenheit wurden aber weder die Bundesstraßenmaut noch die letzte Mauterhöhung auf die Frachtpreise umgelegt – sprich eine Erhöhung durchgeführt“, so der betroffene Fuhrunternehmer.

Handelsriese verteidigt sein Vorgehen

Die VerkehrsRundschau bat um eine entsprechende Stellungnahme und bekam am Donnerstag von einer Metro Sprecherin folgende Auskunft: „Bei der Kalkulation von Frachtpreisen berücksichtigt die Metro Logistics verschiedene Kostenfaktoren, zum Beispiel die aktuellen Mautsätze, zusätzliche Mautstrecken, differenzierte Fahrerlöhne und aktuelle Lkw-Technik. Externe Quellen wie der BGL-Kostenrechner für den Regional- und Fernverkehr beziffern den Anteil der Kraftstoffkosten an den Gesamtkosten im Straßengüterverkehr zwischen 20% bis 25% - daran orientiert sich auch die Metro Logistics. Bereits seit März 2020 ist ein starker Einbruch des Dieselpreises zu beobachten, der sich im April und Mai 2020 noch signifikant fortsetzt. Die Metro Logistics reagiert mit der Anpassung der Frachtkonditionen zum 1. April 2020 auf diese Situation, um an den entstehenden Frachtkostensenkungen zu partizipieren.“ (gg)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CORONA EPIDEMIEN & SEUCHEN – TRANSPORT UND LOGISTIK.

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