Lkw-Fahrer
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Berufskraftfahrer sind in ihrem Beruf weitestgehend zufrieden. In der KEP-Branche steigt hingegen der Druck für Angestellte

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MEHR BESCHÄFTIGTE IN GÜTERVERKEHR UND LOGISTIK

Eine Analyse des BAG zeigt, dass es noch Potential bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Logistikbranche gibt.

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Berlin. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Logistikbranche ist im Jahr 2016 in allen Bereichen gestiegen. Das berichtet der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) unter Berufung auf Analysen des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium (BMVI). Im Rahmen der diesjährigen Berichte „Auswertung der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik 2017“ (Anlagen), werden Berufe in der Lagerwirtschaft, der Fachkräfte für Kurier-, Express und Postdienstleistungen sowie die Fahrerberufe ausgewertet.

Demnach ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich der Lagerwirtschaft im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent gestiegen. In den Berufen für Post- und Zustelldienste sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund des boomenden Onlinehandels sogar um etwa 4,5 gewachsen, die der Berufskraftfahrer um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 15,5 Prozent habe der Anteil ausländischer Beschäftigter bei den Kraftfahrern einen neuen Höchstwert erreicht.

In allen Bereichen habe sich die Altersstruktur der Beschäftigten jedoch negativ entwickelt, so der Verband. Während die Beschäftigungszahlen in den höheren Altersklassen weiter gestiegen seien, sei die Zahl der Beschäftigten in den jüngeren Altersklassen gesunken.

BKF zufrieden in ihrem Beruf

Die Analysen des BAG ergaben auch, dass der überwiegende Teil der Berufskraftfahrer mit den Arbeitsbedingungen zufrieden ist. Auf das gute Klima bei den Kraftfahrern wirkten sich demnach vor allem die sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelnde Höhe des Grundgehalts, ein gutes Betriebsklima sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus.

Vor allem die Berufe der Lagerwirtschaft seien im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung einem grundlegenden Wandel unterworfen – Tätigkeitsprofile und Arbeitsumgebung von Lagerbeschäftigten veränderten sich zunehmend, jedoch auch sehr unterschiedlich. Während Beschäftigte auf Helferniveau mit Unterstützung digitaler Geräte häufig immer einfachere Aufgaben übernehmen, werde für die Prozesssteuerung und Überwachung immer qualifizierteres Personal gesucht, fasst der DSLV die Ergebnisse des BAG zusammen.

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Die Arbeitsbedingungen in der KEP-Branche seien durch das massiv gestiegene Paketvolumen von einem hohen Zeitdruck, körperlichen Belastungen und schwierigen Begleitumständen beim Be- und Entladen gekennzeichnet. Dementsprechend seien die Krankenstände in den Post- und Zustelldiensten überdurchschnittlich hoch. Die Höhe der Vergütung habe sich 2016 sowohl bei den Berufskraftfahrern, als auch im Bereich der Lagerwirtschaft sowie der KEP-Branche positiv entwickelt.

Berufe noch immer zu unattraktiv

Trotz insgesamt steigender Ausbildungszahlen sei die Branche weiter vom Fachkräftemangel bedroht, so der DSLV. Dies werde auch dadurch deutlich, dass lediglich 24,1 Prozent der befragten Auszubildenden in der Lagerlogistik angegeben hätten, dass der von ihnen ausgeübte Beruf ihr Wunschberuf sei. Für rund ein Drittel handelte es sich lediglich um eine Notlösung, da eine Ausbildung im Wunschberuf nicht möglich war.

Der DSLV sieht sich durch die aktuellen Auswertungen der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik in seinen Befürchtungen bestätigt, dass das Fachkräfteangebot nicht mit dem Branchenwachstum Schritt halten könne. Trotz nachhaltiger Lohnanpassungen steige die Attraktivität des Berufsbildes nicht. Der bestehende Fachkräftemangel lasse sich trotz konjunkturell guter Rahmenbedingungen nur bedingt durch tarifvertragliche Anpassungen heilen. „Bei einem fehlenden politischen und gesamtgesellschaftlichen Wandel wird der Fachkräftemangel nicht nur das Preisniveau in der Logistikbranche steigern, sondern auch zu Versorgungsengpässen führen und zu einer bedeutenden Wachstumsbremse in der Branche werden“, warnt der Verband abschließend.

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