Nachfrage nach Logistikimmobilien weiter stark

Begehrte Hallen: Trotz Corona verzeichnet BNP Paribas Real Estate kaum Einbußen beim Flächenumsatz

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Logistikimmobilien-Markt zeigt sich fast unbeeindruckt von Corona

Der Flächenumsatz bei Logistikimmobilien verzeichnet laut dem Berater BNP Paribas Real Estate ein Rekordquartal. Auch die Mietpreise kann Corona nicht drücken.

Düsseldorf. Nach einem schwachen, vom Lockdown geprägten zweiten Quartal hat der Logistikimmobilienmarkt von Juli bis September 2020 wieder Fahrt aufgenommen. Zu dem Schluss kommt eine Analyse der Logistikimmobilien-Beratung BNP Paribas Real Estate. Betrachte man nur das dritte Quartal, sei mit knapp 2,29 Millionen Quadratmetern das beste Ergebnis seit zehn Jahren erzielt worden. Insgesamt wurden im laufenden Jahr bisher 5,02 Millionen Quadratmeter registriert. Das sind trotz der starken vergangenen drei Monate noch fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

„Wie gut die Märkte vor dem Hintergrund des schwierigen Umfelds insgesamt performt haben, zeigt sich daran, dass der zehnjährige Schnitt um rund 10 Prozent übertroffen wurde, meint Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial der BNP Paribas Real Estate GmbH. In Anbetracht dieser Zahlen sei festzuhalten, dass die Logistikbranche die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich besser verkraftet als andere Wirtschaftssektoren. Zwar zeigten sich durchaus negative Folgen gerade bei exportorientierten Unternehmen oder der Automobilindustrie, diese werden aber durch positive Trends vor allem im E-Commerce oder bei Pharmaunternehmen kompensiert, so Raabe weiter.

In den großen Ballungsräumen wurden 1,66 Millionen Quadratmeter und damit zehn Prozent weniger als im Vorjahr umgesetzt. Die unterschiedliche Umsatzentwicklung resultierten einerseits aus dem an einigen Standorten weiterhin sehr begrenzten Flächenangebot, andererseits aus unterschiedlich starken Auswirkungen der Pandemie-Folgen, heißt es von BNP Paribas. Zulegen konnten Hamburg (340.000 m²; +41 %), das sich auch an die Spitze aller Standorte gesetzt hat, Köln (102.000 m²; +16 %) und insbesondere Leipzig (231.000 m²; +88 %). Teilweise deutliche Umsatzeinbußen verzeichnen dagegen München (166.000 m²; -58 %), wobei zu berücksichtigen sei, dass hier letztes Jahr ein außergewöhnlicher Rekord erzielt wurde, Stuttgart (101.000 m²; -32 %), Berlin (294.000 m²); -24 %), Düsseldorf (94.000 m²; -13 %) und Frankfurt (333.000 m³; -8,5 %). 

Ruhrgebiet gewinnt

An den Standorten außerhalb der Ballungsräume hat der Markt laut der Analyse wieder spürbar angezogen. Nach einem noch schwachen Halbjahresergebnis liegen sie mit aktuell knapp 3,36 Millionen Quadratmetern nur noch gut 2 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Großen Anteil an der positiven Entwicklung hat das Ruhrgebiet, wo 468.000 Quadratmeter nicht nur einen Anstieg um 22,5 Prozent bedeuten, sondern auch das zweitbeste Resultat aller Zeiten darstellen.

Die Nachfrage nach Logistikimmobilien bleibt laut dem Immobiliendienstleister trotz Pandemie hoch. Nach wie vor gebe es vor allem in den besonders begehrten, großen Logistikhubs gerade im Segment großflächiger und kurzfristig verfügbarer Bestandsflächen ausgeprägte Engpässe.

Mieten in Berlin, Hamburg, München und Stuttgart bleiben stabil

Auch die Mietpreise kann Corona offenbar nicht drücken. Im Gegenteil, die hohe Nachfrage, im Einklang mit einem engen Angebot, hat die Top-Mieten in Frankfurt (7,00 €/m²; +3 %) und Leipzig (4,55 €/m²; +1 %) in Q3 sogar ansteigen lassen. Bezogen auf die letzten zwölf Monate haben die Höchstmieten auch in Düsseldorf (6,00 €/m²; +11 %), Köln (5,60 €/m²; +4 %) und im Ruhrgebiet (4,90 €/m²; +4 %) spürbar angezogen. Noch stabil zeigen sie sich dagegen in Berlin (7,20 €/m²), Hamburg (6,30 €/m²), München (7,00 €/m²) und Stuttgart (7,00 €/m²).

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIK-IMMOBILIEN & LAGERHALLEN.

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