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Preisabsprachen

Der Verein zur Förderung des Wettbewerbs will 100 Millionen Euro von Daimler, Iveco, DAF, Volvo/Renault und MAN

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Lkw-Kartell: Spediteure fordern 100 Millionen Euro

Der Wettbewerbsverein des Transportgewerbes will sich wegen der unerlaubten Preisabsprachen außergerichtlich mit den Herstellern einigen.

Stuttgart/Brüssel. Mehr als 200 mittelständische Spediteure haben eine millionenschwere Schadenersatzforderung gegen Hersteller gerichtet, die an dem vergangenes Jahr aufgedeckten Lkw-Kartell beteiligt waren. Der Verein zur Förderung des Wettbewerbs und lauteren Verhaltens im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe verlangt rund 100 Millionen Euro von Daimler, Iveco, DAF, Volvo/Renault und MAN.

Die betroffenen Spediteure verfügen über rund 9.000 Fahrzeuge im Markt.  „Der entstandene Schaden ist gravierend“, sagte Kay Espey, Erster Vorsitzender des Vereins. „Wir hoffen, unsere Forderung nicht erst gerichtlich durchsetzen zu müssen.“ Der Verein bereitete sich in den letzten acht Monaten intensiv darauf vor, die Ansprüche seiner Mitglieder zur Geltung zu bringen. So ließ der Verein von der Gesellschaft zur Förderung kartellrechtlicher Ausgleichzahlungen mbH/Bonn (GFA) ein spezielles Gutachten zur Ermittlung der Schadenshöhe erstellen.

Gutachten belegt deutlich zu teure Lkw

Dieses kam zum Ergebnis, dass die Preise für 15-Tonner bis zu einem Fünftel überhöht waren. Laut den Experten der GFA lagen die Preise von 18-Tonner immer noch zwischen zirka 15 bis 17 Prozent über einem angemessenen Marktpreis. „Geht man nur von einem Durchschnittspreis von 75.000 Euro pro LKW und einer Überhöhung von 15 Prozent aus, dann summiert sich der Schaden unserer Mitglieder auf rund 100 Millionen Euro. Diese Summe fordern wir nun von den Lkw-Herstellern“, erläutert Vereinsvorsitzender Espey.

Die EU-Kommission hatte die Hersteller Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault im Sommer wegen unerlaubter Preisabsprachen zu einer Rekordstrafe von knapp 2,93 Milliarden Euro verdonnert. Gegen die ebenfalls verdächtigte schwedische VW-Tochter Scania liefen die Ermittlungen weiter, weil das Unternehmen den Vergleich ablehnte. Die höchste Einzelstrafe entfällt mit rund einer Milliarde Euro auf Daimler. Der Hersteller teilte auf Anfrage mit, man prüfe jedes Schadenersatzverlangen sorgfältig. MAN war als Hinweisgeber straffrei davongekommen. Anfang des Jahres waren die ersten kleineren Schadenersatz-Klagen gegen Lkw-Hersteller von Kommunen und Spediteuren eingegangen. (dpa/jt)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special UNTERNEHMENSFÜHRUNG TRANSPORT, SPEDITION & LOGISTIK.

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