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Seit dem Brexit werden Lieferungen in die EU kontrolliert - die Folge sind Staus und Parkplatzmangel

©Gareth Fuller/empics/dpa/picture alliance

Lkw-Chaos am Ärmelkanal

Der Brexit zieht weiterhin negative Folgen für den Lkw-Verkehr nach sich: In der englichen Grafschaft Kent am Ärmelkanal sind Rastplätze und Tankstellen chronisch überfüllt, die Situation für Lkw-Fahrer wird zunehmend angespannter. Die Gewerkschaft Unite schlägt nun Alarm.

London. Aufgrund des großen Andrangs von Lkw-Fahrern auf die südostenglische Grafschaft Kent am Ärmelkanal warnt die Gewerkschaft Unite vor chaotischen Zuständen. Rastplätze und Tankstellen seien chronisch überfüllt, Toiletten knapp. Das führe zu Spannungen. Es habe schon Berichte über Schlägereien zwischen Fahrern gegeben, sagte Unite-Experte Adrian Jones. Zudem drohten Fahrern, die wegen fehlender Stellplätze weiterfahren, Bußgelder, da sie die vorgeschriebenen Pausen nicht einhalten könnten. Mittlerweile wirkten sich die Probleme bereits auf die Lage in anderen Regionen aus.

„Fahrer sehen sich in Kent auf Monate mit weiterem Parkplatzchaos und Elend konfrontiert“, sagte Jones. „Es gibt einfach nicht genug Lkw-Parkplätze und Tankstellen, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Fahrer gerecht zu werden.“ Zahlreiche Fahrer würden an Autobahnauffahrten und auf Seitenstreifen parken. Die Situation in Kent hat sich zugespitzt, da Lieferungen in die EU seit dem Brexit viel schärfer kontrolliert werden. Dadurch kommt es zu Staus auf den Strecken zum Fährhafen Dover sowie zum Eurotunnel.

100.000 Fahrer fehlen, Versorgungskrise droht

Der britische EU-Austritt und die Corona-Pandemie belasten die Transportbranche ohnehin schwer. Wie der „Guardian“ kürzlich berichtete, fehlen schätzungsweise bis zu 100.000 Lkw-Fahrer. Verbandschefs forderten die Regierung auf, Sondervisa vor allem für osteuropäische Arbeiter zu genehmigen. Ansonsten drohe im Sommer eine Versorgungskrise mit leeren Supermarktregalen vor allem bei Frischware wie Obst und Gemüse, das Großbritannien zu großen Teilen aus der EU importiert. Seit dem Brexit benötigen EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten wollen, teure Arbeitsvisa. (dpa/mh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special GROSSBRITANNIEN UND IRLAND.

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