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Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies will den Bahnausbau endlich in Gang bringen und Konflikte vermeiden

©Picture Alliance/dpa/Jochen Lübke

Klassische Y-Trasse trotz aller Alternativen am besten

Beim Streitthema Y-Trasse droht neuer Ärger. Trotz aller Alternativen schneidet die klassische Neubaustrecke nach einer Studie am besten ab. Bürgerinitiativen und Kommunen wird dies kaum erfreuen.

Hannover. Trotz allen Bemühens um Konsens und Alternativen könnte bei den Planungen für die Y-Bahntrasse im Norden neuer Streit mit Anwohnern und Bürgerinitiativen drohen. Die seit Jahren umstrittene Neubaustrecke von Hannover in Richtung Hamburg und Bremen hat nämlich bei einer Kosten-Nutzen-Analyse im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums am besten abgeschnitten. Von den Alternativrouten praktisch ebenso gut ist aber eine Neubaustrecke von Unterlüß im Kreis Celle bis zum Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg, wie aus der am Montag vorgelegten Studie hervorgeht. Am schlechtesten schneidet der von vielen Kommunen in der Region bevorzugte Ausbau bestehender Strecken nach Hamburg und Bremen ab.

Wegen des wachsenden Güterverkehrs aus den Häfen Hamburg und Bremerhaven - und in Zukunft auch des JadeWeserports in Wilhelmshaven - werden dringend mehr Gleise in Richtung Süden benötigt. Da die Neubaupläne für die ursprünglich für den ICE-Verkehr konzipierte Y-Trasse zu einer Kostenexplosion und immer mehr Widerstand in der Region führten, waren Bund und Land Niedersachsen vor gut zwei Jahren von dem Vorhaben abgerückt. Die Bahn legte auf den Güterverkehr konzentrierte Trassenvarianten vor.

Diese wurden nun einer Bewertung unterzogen, ebenso wie der Ausbau bestehender Strecken - und eben die klassische Y-Trasse selber. Für sie ist ein Raumordnungsverfahren als wichtiger Planungsschritt bereits abgeschlossen und noch bis 2016 rechtswirksam.

Um den für die Wirtschaft im Norden wichtigen Bahnausbau endlich in Gang zu bringen und einen offenen Konflikt wie bei „Stuttgart 21” zu verhindern, gab Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) den Anstoß für das kürzlich gestartetes Dialogforum Schiene Nord. Planer, Kommunen und Bürgerinitiativen sollen dort bis November einen verbindlichen Konsens dazu finden, welche Lösung den meisten Nutzen hat - und die geringsten Beeinträchtigungen in der Region.

Die Wahl könne dabei durchaus auf eine andere Variante fallen als die, die bei der nun vorgelegten Studie am besten abschneidet, hatte Lies betont. Welche Trasse am Ende gebaut wird, entscheidet der Bund. Baustart ist frühestens 2020. Das Forum tagt an diesem Freitag wieder in Celle. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special VERKEHRSINFRASTRUKTUR BAU & FINANZIERUNG.

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