Container-Terminal, Hafen Hamburg

Das IfW erwartet, dass die Exporte allmählich wieder Tritt fassen (Symbolfoto)

©Axel Heimken/dpa/picture-alliance

Kieler Wirtschaftsforscher sehen deutsche Konjunktur "im Sinkflug"

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat seine Wachstumsprognose nach unten korrigiert und rechnet mit einem nur schwachen Wachstum der deutschen Wirtschaft.

Kiel. Die Wirtschaft in Deutschland wird nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Jahr deutlich langsamer wachsen als erwartet und haben ihre Prognose mit der Überschrift „deutsche Konjunktur im Sinkflug“ versehen. Die Forscher revidierten am Donnerstag, 13. Juni, in ihrer Konjunkturprognose den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2019 auf 0,6 Prozent und für 2020 auf 1,6 Prozent. Zuletzt hatten sie noch mit 1,0 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im kommenden Jahr gerechnet. Bereits im März hatte das IfW die Prognose für 2019 von 1,8 auf 1,0 Prozent gesenkt.

 „Die deutsche Konjunktur kühlt sich deutlich ab, und die globale politische Unsicherheit setzt der deutschen Wirtschaft zu“, betonten die Kieler Wissenschaftler. Die Arbeitslosigkeit dürfte nach ihrer Einschätzung kaum noch weiter sinken, die Überschüsse der öffentlichen Haushalte bis auf 33 Milliarden Euro zurückgehen. IfW-Präsident Gabriel Felbermayr forderte eine Unternehmenssteuerreform und eine Abschaffung des Solidaritätszuschlages. „An der globalen politischen Unsicherheit, die die Unternehmen hierzulande belastet, kann die deutsche Politik wenig ändern – an der Standortqualität hingegen schon“, sagte Felbermayr. „Es sollte daher jetzt darum gehen, die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen, etwa durch eine Reform der Unternehmenssteuern und die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags.“

Stützend für die Konjunktur wirken, so das IfW, die sehr günstigen Finanzierungskonditionen und die trotz allem noch recht robuste Weltkonjunktur. „Die Exporte werden zwar allmählich wieder Tritt fassen, aber mit Raten von 1,2 Prozent (2019) und 3,5 Prozent (2020) nur moderat steigen“, lautet die Prognose. (dpa)

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