Wolfgang Geis

Wolfgang Geis sprach mit der VerkehrsRundschau über die Ziele des Unternehmens

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Interview: Plant Geis jetzt noch weitere Übernahmen?

Warum die Geis Group wieder in das See- und Luftfrachtgeschäft strebt und welche Ziele das Unternehmen hier anpeilt – ein Interview mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Geis.

Wenn die Kartellbehörden zustimmen, werden Sie in Kürze das Unternehmen TAS Transport and Service kaufen. Was reizt Sie wieder an der See- und Luftfracht? Vor zwei Jahren haben Sie sich ja weitgehend daraus zurückgezogen.

Die See- und Luftfracht zählt traditionell zur Kernkompetenz der Geis Gruppe. Letztlich sind wir in diesem Segment seit über 30 Jahren tätig, auch wenn wir in 2015 das Joint Venture Geis SDV gelöst haben, das wir im Jahr 2002 mit dem französischen Logistikanbieter Bolloré in der See- und Luftfracht eingegangen sind.

Andererseits wird es im Segment Air & Sea immer schwieriger – auch und gerade für Speditionen. Wie wollen Sie sich in diesem Geschäft erfolgreich von anderen differenzieren?

Differenzierung ist nicht das Ziel. Wir wollen nur eines: Den Bestandskunden von Geis neben unseren vielen Services auch See- und Luftfracht-Produkte bieten. Denn durch das Joint Venture mit Bolloré, das sehr eigenständig agiert hat, haben wir größtenteils eine ganz andere Kundschaft bedient. Unsere eigentlichen Kunden erreichten wir damit nur zum Teil. Und das wollen wir jetzt ändern. Deshalb stellen wir uns in der See- und Luftfracht neu auf.

Welche Umsatz-Wachstumsziele peilen Sie im Air- & Sea-Geschäft bis zum Jahr 2020 an?

Wir gehen davon aus, dass die Geis Group schon in zwei bis drei Jahren im Air- & Sea-Segment rund 100  Millionen Euro Umsatz erwirtschaften wird. In Polen, Tschechien und in der Schweiz erzielen wir ja heute schon in diesem Geschäft rund 80 Millionen Euro Umsatz. Und in Deutschland streben wir in der See- und Luftfracht in den nächsten drei bis fünf Jahren rund 50 Millionen Euro Umsatz an - nach einem gewissen Stillstand in diesem Bereich, weil wir bis Ende 2017 an das Wettbewerbsverbot mit Bolloré gebunden waren.

Dieses Umsatzziel in Deutschland ist mit unserer Bestandskundschaft zu erreichen. Wir haben auch während unseres Wettbewerbsverbots, weiterhin  mit Bolloré See- und Luftfracht abgewickelt.

Planen Sie in der See- und Luftfracht noch weitere Übernahmen?

Vorstellbar ist es, aber nicht im Moment. Aktuell stehen andere Aufgaben an.

Noch liegen keine Geschäftszahlen der Geis Group zum Jahr 2017 vor. Können Sie heute schon verraten, wie sich Ihr Umsatz in 2017 entwickelt hat?

Sowohl unsere Mitarbeiterzahl als auch unser Umsatz sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wir beschäftigen nun 6300 Mitarbeiter. Und unser Umsatz hat um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2016 auf insgesamt 854 Millionen Euro Umsatz zugelegt. Zugegeben, in Zeiten von Geis-SDV, war es schon mehr. Wir sind für 2017 aber sehr zufrieden. Ergebniszahlen nennen wir aber traditionell nicht, um Ihre nächste Frage vorweg zu nehmen (lacht).

Nur so viel: Ihr Paketgeschäft in Polen soll angeblich Probleme machen. Zumindest sahen die Zahlen hier in 2016 laut Bundesanzeiger nicht gut aus. Konnten Sie hier im vergangenen Jahr das Ruder herumreißen?

Wir hatten im Paketgeschäft in Polen in 2016 in der Tat eine Umstellungsphase. Wir haben da eine neue Zentrale und ein neues Terminal bezogen und gleichzeitig eine gewisse Kundenbereinigung vorgenommen. Alles das spiegelt sich in den Zahlen wieder. 2016 war aber ein Interimsjahr. Das war alles geplant. Das ist keine Baustelle.

Von welchem Umsatzwachstum gehen Sie in diesem Jahr aus?

Fünf bis sieben Prozent Umsatzwachstum sind machbar. Treiber hier sind die Kontraktlogistik und der Road-Bereich, natürlich auch die Luftfracht, da hier die Umsätze höher sind.

Das Interview führte VerkehrsRundschau-Redakteurin Eva Hassa.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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