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Scania LNG Lkw

LNG stellt laut Timm Kehler als Kraftstoff einen schnell wirksamen Einstieg in die CO2-Reduktion des Verkehrs dar (Symbolfoto)

©Scania

Initiative Zukunft Erdgas kritisiert den LNG-Bericht von T&E

Die Brancheninitiative Zukunft Erdgas hat zu einem niederländischen Praxistest mit LNG-Lastwagen Stellung genommen und kritisiert Aussagen des Umweltverbandes T&E.

Berlin. Die Brancheninitiative „Zukunft Erdgas“ hat sich kritisch zu dem kürzlich veröffentlichten Papier des europäischen Dachverbandes Transport & Environment (T&E) mit dem Titel „Senken Gas-Lkw Emissionen?“ geäußert. In dem Papier behauptet der Umweltverband T&E, dass Lkw mit LNG-Antrieb fünfmal mehr Luftschadstoffe verursachen als Diesel-Lkw und empfiehlt, die politische Unterstützung für LNG als Treibstoffalternative einzustellen sowie sich im Schwerlastverkehr auf den Elektroantrieb zu fokussieren.

Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, sagte zu dem von T&E veröffentlichten Papier: „Irreführende Beiträge wie von T&E führen nur zu einer Verunsicherung im Markt und behindern damit schnell wirksamen Klimaschutz.“ LNG als Kraftstoff stelle „einen schnell wirksamen Einstieg in die CO2-Reduktion des Verkehrs dar und gilt damit zu Recht als ein Baustein des Kraftstoffmix der Zukunft“.

LNG-Lkw erfüllen die Schadstoffgrenzwerte der Euro VI-Abgasnorm

Richtig sei laut Kehler, dass „alle LNG-Lkw die strengen Schadstoffgrenzwerte der Euro VI-Abgasnorm erfüllen“. Dies treffe auch auf neue Diesel-Lkw zu. Beide Antriebstypen würden „nahezu keinen Feinstaub erzeugen“ und auch beim Stickoxidausstoß seien die Messwerte „in absoluten Zahlen auf ähnlich niedrigem Niveau“.

„Der wesentliche Unterschied der Antriebe besteht bei ihrem CO2-Ausstoß – ein Unterschied, den T&E als ‚vernachlässigbar‘ abtut. Tatsächlich erzeugt beispielsweise ein Volvo FH420 LNG-Lkw etwa 150 Gramm weniger CO2 pro Kilometer als ein durchschnittlicher Diesel-Lkw“, sagte Timm Kehler weiter. Hochgerechnet auf eine Jahreslaufleistung von 120.000 Kilometer mache dies bereits 18 Tonnen pro Fahrzeug aus. Würden alle 218.000 Sattelzugmaschinen in Deutschland mit diesem Antrieb fahren, könnten laut Kehler„nahezu vier Millionen Tonnen CO2 eingespart werden“. Durch die Beimischung von „grünen Gasen“ wie Biogas würde die CO2-Bilanz sogar noch deutlich positiver ausfallen und bei einer Nutzung von Biogas aus Gülle sogar „negative CO2-Emissionen aufweisen“.

Mess- und Vergleichsprojekte der letzten Jahre würden nicht berücksichtigt

Timm Kehler kritisierte zudem, dass T&E in seinem Papier im Wesentlichen auf eine Messkampagne des Instituts TNO abhebe. Als Datengrundlage nutzte T&E Emissionswerte aus Praxistests, welche durch TNO im Auftrag der niederländischen Regierung durchgeführt wurden. Wichtige Mess- und Vergleichsprojekte der letzten Jahre – die von TNO selbst und anderen Organisationen durchgeführt wurden – würden jedoch unberücksichtigt bleiben.

„Durch eine Argumentation auf Basis von relativen Werten und selektiv ausgewählten Messdaten strickt T&E ein Argumentationsgerüst gegen die heute verfügbare, technisch voll ausgereifte Antriebsalternative LNG“, erklärte Kehler. Folge man der Empfehlung der Organisation, so bedeutet dies „de facto eine weitere Nutzung des Dieselantriebs im Fernverkehr“. (tb)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special GAS-ANTRIEB (CNG, LNG, LPG) FÜR LKW UND TRANSPORTER.

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