zurück zum thema
Hupac

Auch der Schweizer Operaterur Hupac leidet unter der Corona-Krise und hat in seinen Terminals weniger Sendungen umgeschlagen

©Hupac

Hupac trotzt Corona-Krise, jedoch Mengenverluste bis zu 50 Prozent

Auch die Hupac leidet unter der Corona-Krise. Deshalb fordert der Schweizer Operateur staatliche Unterstützungsmaßnahmen auch in Deutschland, um so eine Verkehrsverlagerung auf die Straße entgegenzuwirken.

Chiasso. Für die Hupac war 2019 ein erfolgreiches Jahr. Der Schweizer Kombi-Operateur hatte schon im Februar bekannt gegeben, dass die Sendungszahlen im letzten Jahr gestiegen waren, und zwar kräftig um 10,5 Prozent gegenüber 2018 auf 1.024.089 Straßensendungen. Ein wesentlicher Grund für das Wachstum war die Akquisition des Unternehmens ERS Railways im Juni 2018 gewesen. Im letzten Jahr wurden deren Zahlen erstmals ganzjährig in der Hupac Gruppe konsolidiert.

Aber jetzt hat die Hupac anlässlich der Veröffentlichung ihres Geschäftsberichtes diese Zahlen nochmals eingeordnet. Im Kerngeschäft, den transalpinen Verkehr durch die Schweiz, hat die Hupac Marktanteile hinzugewonnen. So war im Landtransport durch die Alpen insgesamt im Landtransport die Mengenentwicklung rückläufig (-4,6 Prozent). Als Begründung nennt der Operateur eine abgeschwächte Konjunktur in Europa. Hupac hingegen hat ihre starke Stellung im Kombinierten Verkehr (KV) mit einem Transportvolumen von 551.042 Straßensendungen (+2,8 Prozent) weiter ausbauen können und hat nach eigenen Angaben somit dazu beigetragen, dass die Anzahl der Straßentransporte durch die Schweiz verringert wurden.

Finanzielle Kennzahlen bleiben hinter der Mengenentwicklung zurück

Nicht ganz so gut wie die Sendungen haben sich die finanziellen Kennzahlen 2019 entwickelt. Der Gruppenumsatz stieg um 5,4 Prozent auf 611 Millionen Schweizer Franken. Bei dem EBITDA steht ein Plus von 4,6 Prozent zu Buche (55,4 Millionen Schweizer Franken). Als Gründe für die im Vergleich zur Aufkommensentwicklung geringere Zunahme nennt die Hupac die schon 2019 sich eintrübende Konjunktur, den starken Schweizer Franken und eine Reduktion der Fördermittel.

Beim Jahresergebnis hingegen musste die Hupac sogar Abstriche machen. Mit 5,1 Millionen Schweizer Franken fiel es um 35 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Als Gründe nennt der Operateur „negative Währungseffekte und ein außerordentlicher Effekt aus dem Vorjahr“.

Mengeneinbußen zum Teil bis zu 50 Prozent

Das laufende Jahr war stark von der Corona-Krise geprägt – auch wenn das erste Quartal 2020 noch positiv verlief. Die Sendungszahlen stiegen um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Doch im April verzeichnete Hupac einen starken Rückgang der Transportmengen, besonders ausgeprägt im alpenquerenden Verkehr nach Italien. „Hauptgrund für diesen Einbruch – der spitzenweise minus 50 Prozent erreichte – war die weitgehende behördliche Schließung der Industrieproduktion“, teilt die Hupac mit. Durch eine stufenweise Lockerung der Auflagen steige das Verkehrsvolumen im Netzwerk gegenwärtig wieder an und befindet sich zurzeit auf einem Niveau von minus 25 Prozent gegenüber den geplanten Verkehrsmengen.

Stahlhut fordert in Deutschland Trassenpreisförderung und Zuschüsse für Rollmaterial 

Um den KV zu stützen und eine Rückverlagerung von der Straße auf die Schiene zu verhindern, fordert die Hupac staatliche Unterstützungsmaßnahme. Die Schweiz plant laut Aussage des Operateurs, den alpenquerenden Kombinierten Verkehr stärker mit den bereits zur Verfügung stehenden Fördermitteln zu unterstützen. Italien gewähre Rabatte auf die Trassenkosten zu Gunsten der Eisenbahnverkehrsunternehmen. „Weitere Massnahmen zur Absenken der Fixkostenlast der Kombi-Operateure erwarten wir auch von Deutschland als wichtigstem Markt und zentralem europäischen Transitland“, so Michail Stahlhut, Direktor der Hupac Intermodal. „Eine befristete zusätzliche Trassenpreisförderung sowie Zuschüsse für Rollmaterial, welches in der Krise nicht genutzt werden kann, würden Entlastung schaffen und einem Kahlschlag der Angebote im Schienengüterverkehr entgegenwirken“, sagte Stahlhut.

Trotz Corona-Krise: Neue Angebote vor allem für P400-Trailer

Im laufenden Jahr konnte Hupac trotz Corona-Krise ihr Produktportfolio weiterentwickeln. Im Januar wurden tägliche Verbindungen auf den Relationen Rotterdam - Melzo und Novara - Pescara für P400-Trailer in das Netzwerk integriert. Im April startete ein Shuttlezug zwischen Perpignan und Köln für P400-Trailer, eine laut Hupac bahnbrechende Innovation für den Markt Spanien/Südfrankreich. Ebenso im April nahm ein täglicher Zubringerdienst auf der Strecke Geleen - Moerdijk mit weitergehenden Verbindungen nach Großbritannien und Italien den Betrieb auf, während für den Binnenverkehr Schweiz ein verbessertes Einsatzkonzept zwischen Stabio und Aarau umgesetzt wurde. (cd)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

1000px 588px

Railcargo & KV, Schweiz – Transport & Logistik


WEITERLESEN: