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Deutschlands größter Seehafen Hamburg könnte das laufende Jahr mit geringeren Verlusten abschließen als die deutsche Wirtschaft insgesamt

©Axel Heimken/dpa/picture-alliance

Hoffnungszeichen beim Hamburger Hafen

Der Unternehmensverband Hafen Hamburg rechnet in diesem Jahr mit einem Minus von drei bis vier Prozent beim Güterumschlag. Trotzdem könnte der Hafen glimpflich durch 2020 kommen.

Hamburg. „Seit dem Frühjahr 2020 waren die Auswirkungen der Pandemie auf das Arbeitsleben und die Wirtschaftsaktivitäten auch im Hamburger Hafen deutlich zu spüren. Die Situation war und ist weiterhin geprägt von einem Rückgang der Schiffsanläufe, weniger Güterumschlag, insgesamt weniger maritimer Dienstleistungen sowie neuen personalpolitischen Herausforderungen.“ Mit diesem vorläufigen Rückblick sorgte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH), für gedämpftes Licht bei seiner Vorlage des Ergebnisses des ersten Halbjahr 2020.

Doch gebe es kleine Lichtblicke: „Aktuell sind erste Anzeichen für eine Erholung der Umschlagsmengen festzustellen. Mit Blick auf die Konjunkturprognosen für das Jahr 2021 ist eine positive Entwicklung auch für den Hamburger Hafen möglich.“ Während beim deutschen Bruttoinlandsprodukt 2020 ein Einbruch von 5,4 bis 6 Prozent erwartet werde, dürfte der Hafenumschlag besser abschneiden, mit einem Rückgang „zwischen drei und vier Prozent aufs Gesamtjahr bezogen.“ Die Delle beim Containerumschlag könnte vielleicht sogar noch kleiner sein, darauf deute die Zunahme der Containermengen in den letzten drei Monaten seit August hin. Alles werde aber entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie und den nationalen wie weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung abhängen.

UVHH-Präsident Bonz: Absenkung der Hafenkosten erforderlich

Inmitten des unerfreulichen wirtschaftlichen Umfelds hätten sich die Hafenunternehmen in der Krise 2020 gut behauptet: „Der Hamburger Hafen war zu jeder Zeit voll betriebsfähig und ist trotz der schwierigen Rahmenbedingungen seiner wichtigen Versorgungsfunktion der Wirtschaft und der Bevölkerung mit Gütern und Rohstoffen gerecht geworden,“ lobte Bonz auf der Jahresversammlung seines Verbands am Mittwoch, 27. Oktober, die Hafenwirtschaft.  

Einen störungsfreien Betrieb im Hamburger Hafen hätten dabei auch die vom Hamburger Senat und vom Bund bereitgestellten Corona-Hilfen ermöglicht, bedankte sich Bonz: „Die zinslose Stundung von Mieten und Hafenentgelten war für viele Hafenunternehmen hilfreich“, weil liquiditätssichernd. Dabei dürfe es aber nicht bleiben, „die Hafenunternehmen benötigen dringend eine Absenkung der Hafenkosten“, weil diese in Hamburg deutlich höher seien als bei den Wettbewerbern.

Und die Wettbewerber würden nicht ruhen: „Zwischen den Nordrange-Häfen wird der Kampf um Ladung immer härter. Güter ins osteuropäische Hinterland werden zunehmend mit Großschiffen direkt in die Ostsee transportiert. Und auch der Ausbau der Mittelmeerhäfen und deren Infrastruktur ins Hinterland verstärken den Standortwettbewerb,“ mahnte Bonz. Um abgewanderte Marktanteile im europäischen Wettbewerb zurückzugewinnen, heiße es, die Stärken des Hamburger Hafens weiter auszubauen. „Verlässlichkeit, Effizienz, hohe Qualität und die sehr gute Eisenbahnanbindung sind attraktive Standortvorteile des Hamburger Hafens.“  (cfd)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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