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Containerstau im Hamburger Hafen

Ein Vorschlag der Hamburger Spediteure sieht die verstärkte Nutzung von aufkommensschwachen Zeiten in der Abfertigung vor - zum Beispiel am Wochenende oder nachts

©Picture Alliance/dpa/Daniel Reinhardt

Hamburger Spediteure präsentieren 12-Punkte-Plan

Der Verein kritisiert die massiven Abfertigungsprobleme am Hamburger Hafen und erläutert Maßnahmen, die den Standort Hafen Hamburg attraktiv für die verladende Wirtschaft gestalten.

Hamburg. Der Verein Hamburger Spediteure (VHSp) hat einen 12-Punkte-Plan mit möglichen Maßnahmen und Vorschlägen veröffentlicht, mit denen die langfristige Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens wieder sichergestellt werden kann. Der Verein kritisiert damit die seit mehreren Monaten anhaltenden Abfertigungsprobleme und verfolgt das Ziel, eine nach eigenen Angaben „lösungs- und nicht interessensgetriebene Diskussion“ anzustoßen, an deren Ende „eine kurzfristige Realisierung der im Konsens abgestimmten Maßnahmen“ stehen müsse. Oberstes Ziel aller Beteiligten müsse es sein, den Standort Hafen Hamburg für die Zukunft leistungsfähig und attraktiv für die verladene Wirtschaft zu gestalten, schreibt der Verband. So müsse die Hinterlandabwicklung planbarer und damit auch wieder tragbarer für die Hafenkunden werden, heißt es weiter.

Ein wesentlicher Punkt ist für die Hamburger Spediteure die Einführung von flexibleren Schichtwechseln, die dem Arbeitsaufkommen angepasst werden. Aktuell komme es bei jeder Pause und jedem Schichtwechsel zu temporären Unterbrechungen von mindestens 30 Minuten bei der Hinterlandsabfertigung. Darüber hinaus fordert der Verein die Einführung einer so genannten „Fast-Lane“, auf der vorangemeldete Fahrzeuge bevorzugt abgefertigt werden.

Ein weiteres Thema betrifft die Schaffung von Anreizen zur verstärken Nutzung von aufkommensschwachen Zeiten in der Abfertigung. Bisher findet die landseitige Übernahme von Containern nahezu ausschließlich werktags zwischen 6 und 18 Uhr statt. Ein möglicher Anreiz, andere Zeiten zu nutzen, könnten beispielsweise verlängerte lagergeldfreie Zeiten für Container sein, die am Wochenende eintreffen. Eine weitere Option wäre die spürbare Reduzierung der Umschlagsentgelte in weniger beliebten Zeitfenstern zwischen 20 und 5 Uhr. Darüber hinaus möchte der VHSp gerne die Spediteure verstärkt in die Pflicht nehmen, die für eine Ausweitung der der Öffnungszeiten bei Verladern und Warenempfängern werben könnten.

Die weiteren Punkte des Plans behandeln eine mögliche Entlastung der Hafenstraßen durch die Nutzung alternativer Verkehrsträger, die Schaffung einer südlichen Anbindung des GVZ Altenwerber, die Priorisierung der Umsetzung einer automatisierten und damit schnelleren Gate-Abfertigung sowie die Vermeidung von Störungen in der Hinterlandabfertigung. Ziele sind auch EDV-Anpassungen zur Vermeidung von Zeitverlusten durch Schiffsverlegungen, die Verlagerung von DV-Wartungsarbeiten in die Nachtstunden, die Beseitigung von Funklöchern im Hamburger Hafen sowie die Forderung der Einführung von Bolzensiegeln mit RFID-Tags. Damit könnten die aktuell manuellen Kontrollen der Nummern des Bolzensiegels künftig entfallen und eine weitere Zeitersparnis erreicht werden. (sno)

Das vollständige Diskussionspapier „ Instrumente und Maßnahmen für eine smartere Hinterlandabfertigung im Hamburger Hafen“ kann auf der Homepage des VHSp als pdf-Datei unter dem folgenden Link heruntergeladen werden:
http://www.vhsp.de/images/content/VHSp-Diskussionspapier_Hinterlandabfertigung.pdf

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special HAFEN HAMBURG.

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Hafen Hamburg, Verband – VHSp


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