Container-Terminal, Hafen Hamburg

Die Hafenwirtschaft sagt dem Hamburger Hafen eine rosige Zukunft voraus

©Axel Heimken/dpa/picture-alliance

Hamburger Hafenunternehmen sind für das nächste Jahr zuversichtlich

Mit dem Hamburger Hafen könnte es wieder aufwärts gehen - wenn endlich mit der Elbvertiefung begonnen wird.

Hamburg. Nach langer Stagnation könnte es im nächsten Jahr im Hamburger Hafen nach Einschätzung der Hafenwirtschaft wieder aufwärts gehen - wenn endlich mit der Elbvertiefung begonnen wird und die Rahmenbedingungen stimmen. Unter diesen Voraussetzungen könnte der Hafen stärker als in den vergangenen Jahren an der positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung teilhaben, sagte Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), am Dienstag in der Hansestadt.

Die Hafenwirtschaft rechnet damit, dass nach der Beseitigung aller rechtlichen Hürden in ungefähr einem Jahr mit der Elbvertiefung begonnen werden kann. „Es ist fünf vor zwölf“, erklärte der Verbandschef. Die fehlende Elbvertiefung koste erhebliche Umschlagmengen; im laufenden Jahr bis zu 700.000 TEU. Der Beginn der Bauarbeiten werde jedoch ein psychologisches Signal an die Kunden geben und die Wettbewerbsposition des Hamburger Hafens verbessern.

Bonz wies zudem auf die strukturellen Veränderungen auf der Seite der Reedereien durch die Krise hin. Im Verkehr zwischen Asien und Europa seien nur noch drei große Reeder-Allianzen unterwegs, nachdem sich eine Konzentrationswelle vollzogen habe. Vor fünf Jahren waren es noch zwei Allianzen und sieben Einzelreeder. Die Hälfte der Top-20-Reedereien des Jahres 2013 seien verschwunden. „Wir haben es mit einer Oligopolisierung auf der Wasserseite zu tun“, sagte Bonz. Für die großen Allianzen seien zunehmend Großschiffe mit mehr als 18.000 TEU Tragfähigkeit unterwegs. „Wenn drei Schiffe auf einer Flutwelle in den Hafen kommen wollen und drei wieder hinaus, dann sind wir an der Grenze“, sagte Bonz.

Wettbewerbsnachteile für Hamburger Hafen vermeiden

Negative Auswirkungen auf den Logistik-Standort Hamburg sieht Bonz auch durch die hohe Baustellendichte rund um Hamburg, die noch immer nicht zwischen den Bundesländern effektiv abgestimmt werde. Die höheren Investitionen des Bundes in den Straßenbau seien zwar positiv zu sehen, führten aber zusammen mit bürokratischen Erschwernissen zu Nachteilen bei der Organisation von Schwertransporten. Zudem sei Hamburg benachteiligt durch die Engpässe bei der Zollabfertigung und die geltende Regelung, dass Importeure die Einfuhrumsatzsteuer sofort bezahlen müssten, in anderen Häfen dagegen erst später.

Bonz forderte die Stadt Hamburg auf, die Hafenbehörde HPA ausreichend mit Mitteln auszustatten und die Finanzierung der allgemeinen Infrastruktur wie Straßen, Schienenwege, Brücken und Hafenbecken aus öffentlichen Mitteln sicherzustellen. Gegenwärtig finanziere die Hafenwirtschaft zum Teil öffentliche Aufgaben. Das könne sie aber nicht leisten, da sie im Wettbewerb mit anderen Häfen stehe. Eine wirtschaftsfreundlichere Preispolitik der HPA stehe nicht im Widerspruch zu europäischen Regularien. Er erwarte von der HPA und den Zollbehörden, dass sie sich bei ihrer Ordnungs- und Gebührenpolitik am Niveau anderer Häfen orientierten, um Wettbewerbsnachteile für den Hamburger Hafen zu vermeiden. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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