Feuer, Löscharbeiten, Feuerwehrleute

Auslöser des am Mittwochabend ausgebrochenen Brandes war ersten Erkenntnissen zufolge ein Funkenschlag bei einem Lastwagen (Symbolbild)

©Toni Lehder/dpa/picture-alliance

Großeinsatz wegen Waldbrand an Autobahn 7 im Heidekreis

Ein Funke von der Autobahn setzt eine zundertrockene Böschung und ein Waldstück in Flammen – die Feuerwehr kämpft mit einem Großaufgebot gegen das Feuer. Autofahrer auf der A7 in Richtung Süden kommen stundenlang nicht vom Fleck.

Essel. Ein Waldbrand direkt an der Autobahn 7 bei Essel im Heidekreis hat zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Der Verkehr in Richtung Süden kam über Stunden zum Erliegen, viele Lastwagen- und Autofahrer mussten die Nacht auf der Autobahn verbringen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin sollte die Autobahn in Richtung Hannover noch bis zum Donnerstagnachmittag gesperrt sein. Bewohner eines Wochenendwohngebiets mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich nach Angaben des Landkreises sehr aufwendig.

Auslöser des am Mittwochabend ausgebrochenen Brandes war ersten Erkenntnissen zufolge ein Funkenschlag bei einem Lastwagen, wodurch die Böschung auf mehreren hundert Metern Länge Feuer fing. Starker Wind trieb die Flammen 200 Meter in den von Trockenheit geschädigten Wald. Insgesamt stand der Feuerwehr zufolge eine 28 Hektar große Fläche in Flammen.

Zwischenzeitlich wurde ein Wochenendwohngebiet auf Behördenanweisung zeitweise evakuiert. „Die Evakuierung wurde am Donnerstagmorgen aufgehoben“, sagte ein Kreissprecher. Betroffen waren 35 Bewohner, die von der Samtgemeinde Schwarmstedt anderweitig untergebracht wurden, soweit sie keine andere Unterkunft hatten. Verletzt wurde niemand.

Die Häuser seien vorsorglich geräumt worden, weil starke Rauchschwaden in die Richtung gezogen waren und auch die Ausbreitung des Brandes zunächst nicht exakt abgeschätzt werden konnte. „Man wollte nicht warten, bis das Feuer kurz vor den Häusern steht und erst dann mit der Evakuierung beginnen“, erklärte der Kreissprecher.

Nachlöscharbeiten gestalten sich schwierig

Das Feuer war am Donnerstagvormittag unter Kontrolle. „Es werden Nachlöscharbeiten durchgeführt, das macht die Sache sehr, sehr schwer“, sagte der Kreissprecher. Der Boden habe noch eine sehr hohe Temperatur. Unter einer nassen, schwarzen Schicht von ein bis zwei Zentimetern Dicke seien knochentrockener Heideboden und Humus. In mühsamer Handarbeit müsse der Boden aufgehackt werden, weil immer wieder kleinere Glutnester aufloderten.

Zeitweise arbeiteten nach Feuerwehrangaben rund 500 Einsatzkräfte in dem Waldgebiet. Neben den Feuerwehren des Heidekreises beteiligten sich auch die Bundesfeuerwehr und Feuerwehren aus den Landkreisen Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen, Rotenburg und der Region Hannover an den Löscharbeiten. Auch Landwirte unterstützten die Einsatzkräfte, indem sie mit Wasser gefüllte Güllefässer bereitstellten.

Das Löschwasser wurde mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr zur Einsatzstelle gebracht. Es sei auch eine drei Kilometer lange Schlauchleitung zur Aller gelegt worden. Mit einem Holzerntegerät wurden abgebrannte Bäume aus dem Weg geräumt, um Zugang zu den Brandstellen zu haben. Eine Drohne wurde zur Erkundung aus der Luft eingesetzt, wie der Landkreissprecher sagte.

Stau und Umleitungen

Für die Löscharbeiten war die A 7 zunächst gesperrt. Die Sperrung in Richtung Hamburg konnte aber wieder aufgehoben werden. Wegen der Sperrung in Richtung Hannover zwischen Westenholz und Schwarmstedt mussten viele Lastwagen- und einige Pkw-Fahrer die Nacht auf der Autobahn verbringen. Sie seien von Stauhelfern der Johanniter versorgt worden, hieß es von der Feuerwehr. Auch auf den Umleitungsstrecken bildeten sich lange Rückstaus. Die Polizei leitete den Verkehr weiträumig um. (dpa/ja)

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