Brückeneinsturz, Genua

Wegen dem Einsturz der Brücke in Genua, wurde in Frankreich der Zustand der Brücken überprüft (Symbolfoto)

©Mauro Ujetto/NurPhoto/picture-alliance

Frankreich: Jede zehnte Brücke in bedenklichem Zustand

In Frankreich ist ein großer Teil der Brücken für den Straßenverkehr marode, ein Problem für die Sanierung ist jedoch die Frage der Zuständigkeit.

Paris. Eine Überprüfung der Straßenbrücken in Frankreich hat ergeben, dass sich schätzungsweise jede zehnte der rund 250.000 Brücken des Landes in bedenklichem Zustand befindet. Das wären insgesamt 25.000 Bauwerke, um die sich das Land dringend kümmern müsste. Sieben Prozent davon gehören dem Staat, neun Prozent den Departements und 18 bis 20 Prozent Kommunen oder kommunalen Zusammenschlüssen. Wem die restlichen – immerhin über 60 Prozent – gehören, ist allerdings nicht bekannt.

Veranlasst hatte die Überprüfung der Senat, die Zweite Kammer des Landes, Hintergrund war der Einsturz der Autobahnbrücke im italienischen Genua, der 43 Todesopfer gefordert hatte. Die Zahl 25.000 stelle jedoch nur eine Schätzung dar, denn Frankreich hat bislang seine Brücken noch nie gezählt und kennt nicht ihre genaue Anzahl. Die Unsicherheit über die Besitzverhältnisse ist aber auch ein Ergebnis des Umstands, dass die Pariser Zentralregierung den Bereich Brücken und Straßen im Zuge einer Dezentralisierung den regionalen und lokalen Körperschaften überantwortet hat. Bei vielen von ihnen fehlt jedoch für deren Unterhaltung oder auch nur eine technische Überprüfung das Geld.

Eine landesweite Übersicht fehlt

In Frankreich ist das Problem seit Jahren bekannt und wird – ebenso wie das Fehlen einer landesweiten Übersicht oder ähnliche Probleme im Bereich von Wasserverlusten – auch immer wieder beklagt. Der Senatsberichterstatter Hervé Maurey hat daher nach einem regelrechten „Marshallplan“ für die maroden Brücken gerufen. Andere Stimmen empfehlen dringend, sich am niederländischen Beispiel zu orientieren, wo für jede Brücke notiert ist, wer sich jeweils verantwortlich wann und wie darum kümmert und welche Maßnahmen jeweils vorgesehen sind. Bei einem Treffen mit den Niederländern hätten ihm diese für jede ihrer 40.000 Brücken eine entsprechende immer wieder aktualisierte Übersicht gezeigt, berichtete Christian Tridon, Vorstand der „Landesvereinigung von Spezialisten für die Reparatur und Verstärkung von Strukturen“ (Strres), bei der letzten Generalversammlung. (jb)

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