Weil dieses Jahr viele Flugzeuge auf dem Boden blieben, ist die Branche jetzt auf umfangreiche staatliche Unterstützung angewiesen

©Eric Lalmand/Belga/dpa/picture-alliance

Flughäfen fordern erneut schnelle Corona-Hilfen

Am 6. November findet der Luftverkehrsgipfel im Bundesverkehrsministerium statt. Im Vorfeld appelliert der Branchenverband ADV erneut an die Politik und unterstreicht die Bedeutung der Flughäfen.

Berlin/Frankfurt. Die Flughäfen in Deutschland haben ihre Forderung nach staatlichen Corona-Hilfen wiederholt. Im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels am 6. November im Bundesverkehrsministerium betonte der Verband ADV am Freitag die volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen. Die Bruttowertschöpfung betrage pro Jahr rund 27 Milliarden Euro. Die Infrastruktur-Einrichtungen seien unverzichtbarer Wachstumsgeber sowie Garant für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Regionen, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin.

Anders als die Airlines haben die meist im öffentlichen Besitz befindlichen Flughafenbetreiber bislang kaum direkte Corona-Beihilfen erhalten. Im September hat bereits der Flughafen Paderborn-Lippstadt Insolvenz angemeldet. Viele Beschäftigte sind wegen des stark reduzierten Flugbetriebs in Kurzarbeit. Jeder vierte der rund 180.000 Arbeitsplätze ist laut Verband direkt gefährdet.

„Was wir brauchen, ist ein politisches Handlungspaket, dass Mobilität im Luftverkehr aufrechterhält und die Flughäfen aus der wirtschaftlichen Sackgasse führt“, erklärte Beisel. Die erwarteten Verluste beliefen sich für das Jahr 2020 und 2021 insgesamt auf rund drei Milliarden Euro. „Diese Jahresfehlbeträge müssen abgefedert werden.“ In einem ersten Schritt müssten die Vorhaltekosten von 740 Millionen Euro aus der Zeit des Lockdowns im Frühjahr erstattet werden. Bundesregierung und Bundesrat hatten für diesen Schritt bereits Zustimmung signalisiert. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LUFTFRACHT & AIRCARGO.

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