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Tunnelbaustelle Rastatt

Nach dem Chaos durch die Rheintalsperrung verlangt die FDP ein ordentliches Krisenmanagement von der Bahn

©Uli Deck/dpa/picture-alliance

FDP fordert Plan für Güterzug-Ausweichstrecken

Nach dem Rastatt-Desaster im letzten Spätsommer fordert die FDP ein besseres Notfallmanagement von der Deutschen Bahn – inklusive Ausweichrouten.

Berlin. Nach der folgenschweren Sperrung der Rheintalbahn in Baden-Württemberg nach der Rastatter Tunnel-Havarie fordert die FDP ein besseres Notfallmanagement bei der Bahn. Unter anderem wollen die Freidemokraten im Bundestag einen Plan für betriebsbereite Ausweichstrecken für Güterzüge im gesamten Bundesgebiet und mehr Kooperation mit den Nachbarländern. „Wir brauchen ein neues Krisenmanagement für die Deutsche Bahn und das gesamte deutsche Schienennetz“, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung im Bundestag. Die Ursache des Unfalls in einem Tunnel und die Folgen müssten gründlich untersucht werden.

Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Verbindung haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Die Rheintalbahn musste vom 12. August bis zum 2. Oktober 2017 gesperrt werden, nachdem Wasser und Erdreich in den Tunnel der Neubaustrecke eingedrungen waren. Die Bahn verfügt nach eigenen Angaben noch nicht über Zahlen zu Schäden.

Internationales Störfallmanagement in Arbeit

Die Bundesregierung erwarte neue Erkenntnisse zur Ursache der Havarie im Mai und Juni, sagte Verkehrs-Staatssekretär Steffen Bilger. Es liege in der Verantwortung von Verkehrsunternehmen, wie viele Reservekapazitäten sie vorhielten. Längerfristige Sperrungen auch an wichtigen Punkten im Netz können nie ausgeschlossen werden. Eine Verdopplung der Infrastruktur für jederzeitige Umleitung sei aber unrealistisch, sagte der Parlamentarische Staatssekretär. Es sei geboten, ein „hoch prioritäres Netz“ zu definieren, das für jeden Streckenabschnitt die durchgängigen Umleitungsmöglichkeiten ausweise.

Die Bahn verwies auf eine „intensive Zusammenarbeit auf europäischer Ebene“, die es seit der Rheintalbahn-Sperrung gebe. Man arbeite mit der Schweizer SBB, dem Schienengüterverkehrskorridor Rhein-Alpen und der Branche an einem „Internationalen Störfallmanagement“. Auf Basis der Erfahrungen der Betroffenen würden Maßnahmen erarbeitet, die der Vorbereitung auf künftige „Großstörungen mit internationaler Dimension“ dienen sollen, teilte das Unternehmen mit. (dpa)

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Railcargo & KV, Stau, Streik und Unwetter, Deutsche Bahn, Partei – FDP


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