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Großbritannien, Flagge, Union Jack, London

Großbritannien will die Kabotage ausweiten

©Alberto Pezzali/NurPhoto/picture-alliance

Fahrermangel: London will Kabotageregeln lockern

Großbritannien kämpft mit den Folgen des Fahrermangels und will deshalb die Kabotage ausweiten, der Vorstoß wird von verschiedenen Seiten heftig kritisiert.

London. Im Kampf gegen den eklatanten Mangel an Lastwagenfahrern will die britische Regierung die Arbeitsregeln für ausländische Kräfte lockern und die Kabotage ausweiten. So sollen ausländische Spediteure in Großbritannien künftig innerhalb von zwei Wochen unbegrenzt Waren aufnehmen und abladen dürfen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag, 15. Oktober, ankündigte. „Das entspricht etwa 1000 zusätzlichen Lkw-Fahrern auf den Straßen, aber wir müssen keine Visa ausstellen, um das zu schaffen“, sagte Shapps dem Sender Sky News. Bisher sind nur zwei inländische Stopps pro Woche erlaubt.

Sowohl der britische Spediteursverband RHA als auch die europäische Gewerkschaft FNV reagierten empört. RHA-Manager Rod McKenzie nannte die Idee populistisch. „Die Regierung will Weihnachten retten und will, dass sie als Weihnachtsretter gesehen wird“, sagte McKenzie dem Sender BBC Radio 4. Doch im Gegenzug würden britische Unternehmer geschwächt. „Wir wollen nicht, dass die Kabotage unsere Branche sabotiert“, sagte McKenzie.

Edwin Atema von der FNV, die Lkw-Fahrer in der EU vertritt, sagte dem Sender, mit dem Schritt legalisiere die Regierung die Ausbeutung der Trucker. „Die Kabotageregeln aufzuheben, wird keine Abhilfe schaffen, sondern schüttet nur noch mehr Öl ins Feuer einer Branche, die bereits kaputt ist“, sagte Atema. Nach RHA-Angaben fehlen in Großbritannien etwa 100 000 Lkw-Fahrer. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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