Containerschiff Hapag-lloyd

Fusion oder nicht? Hapag-Lloyd fährt in eine ungewisse Zukunft

©Picture-Alliance/dpa/Hinrich Bäsemann

Fachleute zweifeln an Fusion von Hapag-Lloyd und CSAV

Die angedachte Fusion der Reedereien sorgt für viel Diskussionsstoff. Nach neusten Berichten sollen die Pläne sogar komplett auf der Kippe stehen.

Paris. Die geplante Fusion zwischen Hapag-Lloyd und der chilenischen Reederei CSAV steht möglicherweise auf der Kippe. Wie das Manger Magazin aktuell berichtet, hätten sich die Eigentümer von Hapag-Lloyd bei einer ersten Abstimmung nicht auf die Anteilsverhältnisse einigen können. Gegenwind sei vor allem von Großaktionär Klaus-Michael Kühne gekommen. Er habe einem höheren Anteil für CSAV an der fusionierten Gesellschaft nicht zugestimmt, heißt es in dem Bericht. Pläne hätten vorgesehen, dass die Hapag-Lloyd-Eigner 70 Prozent und SCAV 30 Prozent der Anteile an der fusionierten Gesellschaft erhalten sollten.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte die mögliche Fusion immer wieder für Diskussionen gesorgt. So sah unter anderem die Pariser Agentur Alphaliner wenig Hoffnung für den Zusammenschluss, da die jeweiligen Teilhabergruppen zu unterschiedlich seien und es keine Übereinstimmung für eine eine strategische Richtung gebe. „Der Unternehmenswert von CSAV ist ebenfalls gemindert, da der Schifffahrtsbereich chronisch unprofitabel ist. Die Reederei hat stetig an Marktanteilen verloren, obwohl seit 2011 zugunsten eines Fokus auf Lateinamerika die globale Serviceabdeckung reduziert wurde“, sagte Alphaliner. Aus diesem Grund würden Verhandlungen zwischen beiden Reedereien nach Ansicht der Agentur vermutlich zu einer weiteren Kooperation und gemeinsam Services führen, hieß es weiter. Dies sie vor allem im lateinamerikanischen Markt interessant, so beide Partner ihre Marktverluste eindämmen wollen.

Das Aus der Fusion ist damit allerdings noch nicht besiegelt. Wie das Manger Magazin weiter berichtet, sind weitere Gespräche zwischen Hapag-Lloyd und CSAV in Planung. „Es ist alles offen”, zitiert das Blatt einen Unternehmenssprecher bei Hapag-Lloyd.  

Für Hapag-Lloyd folgen die Gespräche mit CSAV vorherigen Fusionsgesprächen mit der Reederei Hamburg Süd, die Ende 2012 begannen, aber im März 2013 eingestellt wurden. Der Grund für das Scheitern war die Tatsache, dass sich die Gesellschafter nicht über die Bedingungen einig werden konnten. (sno/rup)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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Seefracht & Häfen, Hapag-Lloyd


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