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Auch in der Transportbranche gibt es einen großen Austausch an persönlichen und nicht-persönlichen Daten zwischen verschiedenen Akteuren (Symbolbild)

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EU-Transportsektor fordert Regelung für Datenaustausch

Die europäische Transportwirtschaft ist zunehmend auf den Austausch großer Mengen persönlicher und nicht-persönlicher Daten zwischen verschiedenen Akteuren angewiesen. Verbände aller Verkehrsbereiche verlangen deshalb einen klaren Rechtsrahmen.

Brüssel. In einem gemeinsamen Schreiben haben Vertreter des Straßen-, Luft-, See- und Schienenverkehrs sowie des verarbeitenden Gewerbes die EU-Gesetzgeber aufgefordert, einen EU-Rahmen für die Verwaltung von Business-to-Business (B2B)-Daten zu verabschieden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Weltdachverbands der Straßentransportwirtschaft (IRU) hervor. Demnach sei der Verkehrssektor nach den jüngsten Innovationen zunehmend auf den Austausch großer Mengen persönlicher und nicht-persönlicher Daten zwischen verschiedenen Akteuren angewiesen. Zu diesen Innovationen würden die Entwicklung von automatisierten Fahrzeugfunktionen, vernetzten Fahrzeugen, intelligenten Städten und digitalen Mobilitätsplattformen gehören. Diese Lösungen hätten zu einer Zunahme der Datengenerierung geführt, wobei Verkehrsunternehmen typischerweise Daten generieren und Technologieunternehmen diese Daten verarbeiten und nutzen, heißt es in dem Schreiben der IRU weiter. Der Austausch der Daten soll nach den Vorstellungen der Branchen-Vertreter nach dem Prinzip der freiwilligen Bereitstellung erfolgen.

„Verkehrsunternehmen sind wichtige Daten-Erzeuger, ihr Datenwissen und ihre Datenbereitschaft befinden sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht im Vergleich zur Fachkenntnis und Datenkraft der Daten-Sammlern. Die Zuständigkeiten der Daten-Sammler und die Rechte derer, die Daten generieren, müssen in einem EU-Rahmen geklärt werden, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure zu gewährleisten“, sagte Raluca Marian, IRU-Generaldelegierte bei der EU.

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Unternehmen sollten nicht unterschätzt werden, insbesondere im Falle von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Für eine erfolgreiche digitale Transformation müssten die Unternehmen ihre Arbeitskräfte weiterqualifizieren und benötigten finanzielle Unterstützung, wenn sie von den Möglichkeiten der Datenwirtschaft profitieren wollen.

„Der Straßenverkehrssektor in der EU bietet direkt über fünf Millionen Arbeitsplätze, von denen 80 Prozent in KMUs angesiedelt sind. Diese Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter ausbilden, ihre Infrastruktur modernisieren und ihre Prozesse anpassen. Ohne Unterstützung wird dieser lebenswichtige Teil der europäischen Wirtschaft auf dem Weg zu einer stärker digitalisierten Wirtschaft zurückbleiben“, fuhr Marian fort.

Der Verkehrssektor sei bereit, mit den EU-Institutionen in Fragen der Digitalisierung zusammenzuarbeiten, um durch faire und transparente EU-Vorschriften Chancengleichheit für alle Geschäftspartner in der digitalen Wirtschaft zu gewährleisten.

„Die EU hat die Möglichkeit, bei der Regulierung von B2B-Daten die Führung zu übernehmen, um sicherzustellen, dass alle Unternehmen in der digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben können. Dies sollte letztendlich eine globale Referenz darstellen“, schloss Marian. (ja)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special STRASSENVERKEHRSRECHT & STVO.

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Straßenverkehrsrecht & StVO, Verband – IRU


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