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Elbvertiefung, Klappschiff, Elbe

Die Vorbereitungen für die Elbvertiefung beginnen: Das Klappschiff Lemsterland liegt in der Elbe vor Brokdorf und entläd seine Ladung Steingemisch in den Fluß

©Christian Charisius/dpa/picture-alliance

Erste Bauarbeiten für Elbvertiefung beginnen

Nach 17 Jahren Vorlauf geht es los: In der Elbmündung werden riesige Flächen vorbereitet, die Sand und Baggermaterial aus der Elbe aufnehmen werden.

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Brunsbüttel. In der Elbmündung haben am Mittwoch die Bauarbeiten für die Elbvertiefung begonnen. Ein Schiff wurde im Hafen von Brunsbüttel mit einem Steingemisch beladen und begann anschließend mit dem Bau eines Damms unter Wasser vor Brokdorf. Dort entstehe ein 1,7 Kilometer langer und bis zu 3,60 Meter hoher Randdamm mit einer Fläche von rund 24 Hektar, teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt mit. Das entspricht 34 Fußballfeldern. Die Fläche soll später rund 670.000 Kubikmeter Baggergut aus der Elbe aufnehmen.

Weitere Bauarbeiten sind in Auftrag

„Die Ablagerungsfläche Brokdorf ist noch eine der kleineren“, sagte Bernhard Meyer, Leiter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter in Cuxhaven und Hamburg. Die Strombauarbeiten dienen nicht nur der Deponierung des Baggerguts, sondern sollen auch die Strömungsverhältnisse in der Elbe stabilisieren, den Fluss lenken und den Tidenhub begrenzen. „Das ist ein integraler Bestandteil der gesamten Maßnahme“, sagte Meyer. „Keine Flussvertiefung ohne Strombau.“

Weitere Bauarbeiten in der Elbmündung sind bereits in Auftrag gegeben. Auf der anderen Elbseite vor Cuxhaven wird eine weitere Fläche vorbereitet. Ebenfalls bereits vergeben ist ein Auftrag für eine Fläche am Neufelder Sand für 25 Millionen Euro, der an eine belgische Firma ging. Allein diese 6,7 Kilometer lange Fläche soll 9,5 Millionen Kubikmeter Baggergut aufnehmen. Insgesamt stehen Deponierungsflächen von deutlich mehr als 20 Millionen Kubikmetern zur Verfügung. „Wir haben kein Kapazitätsproblem“, sagte Meyer.

Fahrrinnenvertiefung beginnt bald

Die eigentlichen Arbeiten an der Fahrrinne beginnen im zweiten Quartal. Mit der Elbvertiefung soll die nautische Erreichbarkeit des Hamburger Hafens verbessert werden. Großcontainerschiffe können mit einem zusätzlichen Meter Tiefgang die Elbe befahren und damit ihre Kapazität um rund 1300 Standardcontainer (TEU) erhöhen. Allein dadurch ergibt sich für den Hamburger Hafen ein zusätzliches Umschlagpotenzial von rund drei Millionen TEU jährlich.

Im Sommer folgt dann eine sieben Kilometer lange Begegnungsbox kurz vor der Einfahrt in den Hamburger Hafen. Durch diese Maßnahme können auf der Elbe vier Containerschiffe pro Tide einander passieren, das sind 2800 Schiffe pro Jahr – doppelt so viel wie heute. Im Verkehr mit Fernost sind Schiffe mit einem Fassungsvermögen von mehr als 15.000 TEU heute Standard; oft sind es 18.000 oder noch mehr TEU. Schiffe dieser Größe waren noch gar nicht vorstellbar, als Hamburg 2002 den ersten Antrag auf eine weitere Elbvertiefung stellte.

Im Herbst 2021 soll alles fertig sein

Bis alle Baumaßnahmen der 700 bis 800 Millionen Euro teuren Elbvertiefung abgeschlossen sind, werden noch mehr als zwei Jahre vergehen; vorgesehen ist Herbst 2021. Die Hamburger Hafenwirtschaft ist einerseits frustriert über die endlosen Verzögerungen, andererseits aber auch zuversichtlich für die Zukunft. „Durch die unverhältnismäßig lange Planungs- und Genehmigungsdauer hat der Hafen Marktanteile im internationalen Wettbewerb verloren“, sagte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg. Die gelte es nun zurückzugewinnen. Die Zeichen für den Hafen stünden auf Wachstum, und die Hafenunternehmen seien darauf sehr gut vorbereitet. (dpa/ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION HAMBURG.

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Logistikregion Hamburg, Hafen Hamburg

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