Logistics Forum in Duisburg beschäftigte sich mit den Folgen der Rezession (Bild: BVL)©BVL

Die Krise als Chance

600 Besucher auf dem 10. Logistics Forum der BVL in Duisburg

Duisburg. Auch an dem 10. Logistics Forum der Bundesvereinigung Logistik (BVL) geht die Wirtschaftskrise nicht vorbei. Waren es im letzten Jahr noch 800 Teilnehmer, die zu der Veranstaltung kamen, fanden gestern und vorgestern 600 Besucher den Weg nach Duisburg. Im Mittelpunkt stand die derzeitige Rezession und ihre Folgen für die Logistik. „Die Kontraktlogistik ist noch nicht so stark betroffen. Wesentlich schlechter geht es der Transportlogistik“, sagt Hugo Fiege. Aber der Vorstandsvorsitzende des Logistikdienstleisters Fiege Stiftung wollte nicht nur schwarz malen. „Kurzfristig ist die Krise ein Problem, aber mittelfristig ist die Krise eine Chance. Schon jetzt sind Ansätze erkennbar, dass der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen sich verstärkt“, sagte Fiege. Norbert Bensel, Mitglied des Vorstandes von DB Schenker, sah in der Vernetzung eine Chance, die Krise zu bewältigen. Hier seien noch nicht alle Potentiale ausgeschöpft. So gäbe es einen Trend dahingehend, dass Konkurrenten bereit seien, gemeinsam einen Dienstleister zur Belieferung ihrer Kunden zu nutzen um so bei den Transporten zu sparen. Auch die Nachhaltigkeit in der Logistik war in Duisburg ein Thema. Man müsse sich dem Märchen des CO2-Verursachers Verkehrs vehement entgegenstellen, forderte Dieter Bock, Gesellschafter bei der Unternehmensberatung Transcare. In Wahrheit sei der Verkehr und allen voran der Straßengüterverkehr nur zu einem verschwindend geringen Anteil an den gesamten CO2-Emmissionen beteiligt. Dennoch müsse sich die Branche mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt beschäftigen, forderte Michale Kubenz, Inhaber der Hamburger Chemiespedition Kube und Kubenz. Kundenwünsche, Kostensenkungspotenziale und das Image und die Akzeptanz der Branche in der Öffentlichkeit nannte er als die drei Gründe, warum es sich für jede Spedition lohnt. Das effizienteste Mittel, CO2 zu reduzieren, sieht Bock im Abbau von Staus. Der Branchenexperte lässt keinen Zweifel daran, was er diesbezüglich von der Kompetenz der Verantwortlichen in der Politik hält: „Es ist eine Schande, dass unsere Verkehrsinformationssysteme in Deutschland und Europa immer noch so schlecht sind und (…) der Treppenwitz der Geschichte ist der Gigaliner“, kommentiert Bock das Scheitern eines Fahrzeugkonzeptes, dass die CO2-Belastung erheblich reduziert hätte. (wa/cd)

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