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DGB, Infoaktion, Mindestlohn

Viele Fahrer aus Polen haben polnische Arbeitsverträge mit einem geringen Grundlohn, fahren aber für deutsche Unternehmen, kritisiert der DGB

©Carsten Rehder/dpa/picture-alliance

DGB kritisiert Arbeitsbedingungen für polnische Lkw-Fahrer

Obwohl osteuropäische Lkw-Fahrer aufgrund der aktuellen Corona-Krise dringender denn je gebraucht werden, würden sich ihre Arbeitsbedingungen nicht verbessern, mahnt der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Michendorf/Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die schlechten Bedingungen für Lkw-Fahrer aus Osteuropa in Deutschland. Die Fahrer würden während der Corona-Pandemie unbedingt gebraucht, ihre Arbeitsbedingungen besserten sich jedoch nicht, sagte Michael Wahl, Berater beim DGB-Projekt „Faire Mobilität“, am Freitag.

Demnach haben viele der Fahrer polnische Arbeitsverträge mit einem Grundlohn von 500 Euro, fahren aber de facto für deutsche oder internationale Unternehmen. Für Fahrten im Ausland bekommen sie demnach Spesen, die das Gehalt um rund 1000 Euro aufstockten.

Weigern sich die Fahrer während der Corona-Pandemie aber, außerhalb ihres Heimatlandes zu arbeiten oder Risikogebiete anzufahren, fehlen ihnen zwei Drittel des Gehalts, wie Wahl erklärte. Bei einer Informationsaktion sprach er auf Rastplätzen in Michendorf und Berlin mit betroffenen Fahrern aus Polen. Nach Wahls Worten gibt es bei den Fahrern große Unsicherheiten, ob sie wegen der Auftragslage, Grenzschließungen und Quarantäneanordnungen ihren Job behalten können.

In den vergangenen drei Jahren gab es nach DGB-Angaben 80 ähnliche Infoaktionen in Herkunftssprachen der Fahrer. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LÖHNE UND GEHÄLTER IN TRANSPORT, SPEDITION & LOGISTIK.

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