Container-Terminal Burchardkai, Hafen Hamburg

Der deutsche Außenhandel hat trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und der EU im ersten Halbjahr zugelegt

©Christian Charisius/dpa/picture-alliance

Deutscher Export behauptet starke Stellung auf dem Weltmarkt

US-Präsident Trump sorgt mit Strafzöllen und Angriffen auf den freien Welthandel für Verunsicherung. Noch läuft das Exportgeschäft deutscher Unternehmen rund. Anlass zu Euphorie sieht die Wirtschaft aber nicht.

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Wiesbaden. Getragen von der Nachfrage in Europa bleiben Deutschlands Exporteure trotz internationaler Handelskonflikte auf Erfolgskurs. Im ersten Halbjahr gingen Waren „Made in Germany“ im Wert von 662,8 Milliarden Euro in alle Welt. Das waren 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. „Der deutsche Außenhandel hat ein starkes erstes Halbjahr 2018 hingelegt“, sagte der Präsident des Außenhandelsverband BGA, Holger Bingmann.

Trotz der guten Zahlen zeigte sich Bingmann besorgt: „Allerdings wird uns das eruptive und eskalative Handeln von US-Präsident Trump wohl noch öfter die Sprache verschlagen – mit unkalkulierbaren Folgen für die Weltwirtschaft.“ Kritisch äußerte sich der BGA-Präsident zu den am Dienstag wieder in Kraft getretenen US-Sanktionen gegen den Iran. Als Folge sei ein Rückgang in den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran zu befürchten. Donald Trump hatte andere Staaten davor gewarnt, mit der Islamischen Republik Handel zu treiben.

EU ist wichtigster Absatzmarkt

Besonders deutlich stiegen im ersten Halbjahr die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union (plus 5,4 Prozent). Europa ist der wichtigste Absatzmarkt für „Made in Germany“. „Die gute Weltkonjunktur und auch die Nachfrage in der Europäischen Union (EU) stützen die deutschen Ausfuhren“, erläuterte der Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Kevin Heidenreich.

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang warnte: „Die Exportzahlen dürfen nicht über die bestehenden Risiken im globalen Handel hinwegtäuschen. Der Zollstreit zwischen den USA und China, unter dem auch deutsche Unternehmen leiden, droht zu eskalieren.“ Jetzt komme es umso mehr darauf an, die Welthandelsorganisation WTO zu stärken.

Im Geschäft mit den USA zeigten sich Bremsspuren des Handelskonflikts zwischen Washington und der EU. Die Ausfuhren auf den wichtigsten Einzelmarkt für Waren aus Deutschland stiegen trotz eines starken Juni-Wertes im ersten Halbjahr lediglich um 0,8 Prozent. Die Exporte nach China wuchsen hingegen um 10,3 Prozent.

Handelsstreit noch nicht ausgestanden

Trotz einer Annäherung ist der Streit zwischen der EU und den USA noch nicht ausgestanden. Zugleich spitzt sich der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu. Das könnte auch deutsche Unternehmen treffen, die in China produzierte Waren in die USA ausführen. China ist gemessen am Handelsvolumen – Importe und Exporte – der wichtigste Einzelmarkt für den deutschen Außenhandel. (dpa/ag)

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