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Die Rollgeräusche reduzierten sich mit der Flüsterbremse um etwa zehn Dezibel 

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Deutsche Bahn testet Güterzug mit leiseren Bremsen

Bremsklötze aus einem Verbundwerkstoff sollen Lärmbelästigung halbieren

Berlin. Die Deutsche Bahn erprobt mit einem Güterzug neue, leisere Bremsanlagen. Die Bremsklötze aus einem Verbundwerkstoff, genannt LL-Bremssohle, können den Schienenlärm im Vergleich zu herkömmlichen Güterzügen mit Grauguss-Bremsen bis zur Hälfte verringern. Der Testzug „Europe Train", der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde, soll bis Anfang 2012 quer durch Europa mehr als 200.000 Kilometer zurücklegen, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

„Die Gütermengen auch auf der Schiene nehmen zu, aber die Grenze der Belastbarkeit der Menschen an den Strecken ist vielerorts erreicht - oder schon überschritten", sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle. Ziel sei es, den Lärm bis zum Jahr 2020 auf den hoch belasteten Strecken zu halbieren.

Die LL-Sohle kann nach Bahn-Angaben relativ günstig in alte Güterwagen eingebaut werden. Sie ist aber noch nicht serienreif. LL steht für Englisch „Low Noise, low friction", auf Deutsch „Wenig Lärm, wenig Reibung". Wie die Bahn erläuterte, werden die Laufflächen der Räder durch die LL-Bremsklötze anders als beim Grauguss nicht aufgeraut. Die Rollgeräusche reduzierten sich so um etwa zehn Dezibel, was vom menschlichen Ohr als Halbierung des Lärms wahrgenommen werde. (dpa) 

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