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Automobilinudstrie

Die deutsche Automobilzuliefererindustrie muss Umsatzrückgänge von 11 Prozent hinnehmen

©mirpic - Fotolia

Deutsche Automobilzuliefererindustrie verbüßt Umsatzrückgänge von 11 Prozent

Die aktuelle „Automobilzulieferer-Studie“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zufolge bleibt der deutsche Anteil am Weltmarkt konstant bei 26 Prozent.

München. Die angespannte Lage der Automobilzulieferer setzte sich 2020 weltweit fort. An die sinkenden Umsätze des Vorjahres anknüpfend, verzeichneten die Top-Lieferanten für die Automobilbranche 2020 einen globalen Umsatzrückgang von 12 Prozent. Damit befinden sie sich im Gleichschritt mit den weltweit führenden Autoherstellern, deren Umsätze im selben Jahr um 13 Prozent sanken. Das belegen die Ergebnisse der aktuellen „Automobilzulieferer-Studie“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, die 80 internationale Top-Zuliefererunternehmen mit einem Umsatzanteil im Automotive-Sektor von mehr als 50 Prozent befragte. In absoluten Zahlen fielen die Umsätze im globalen Zulieferermarkt der Top-80 Zulieferer von 893 Milliarden Euro (2019) auf 783 Milliarden Euro (2020). Auch deutsche Zulieferer sind betroffen, aber weniger stark: Ihre Umsätze sanken 2020 im Vergleich zum Vorjahreswert um 10,8 Prozent auf 199 Milliarden Euro. Der Anteil deutscher Zulieferer am Weltmarkt blieb mit 26 Prozent auf einem starken Niveau, doch der Wettbewerb mit asiatischen Lieferanten intensiviert sich: Diese konnten Zulieferunternehmen aus anderen Regionen Weltmarktanteile abnehmen und lagen 2020 bei einer Quote von 43 Prozent. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf das Jahresergebnis der Autozulieferer über die Regionen hinweg höchst unterschiedlich ausfallen. In Deutschland etwa sank die operative Gewinnmarge um 2,1 Prozentpunkte von 1,2 Prozent (2019) auf -0,9 Prozent (2020). Noch stärker betroffen waren die Regionen Americas (-4,7 Prozentpunkte) und Europa ohne Deutschland (-4,5 Prozentpunkte), wohingegen die führenden Zulieferer aus Asien kaum nennenswerte Rückgänge (-0,7 Prozentpunkte) zu beklagen hatten und mit 4,4 Prozent EBIT-Marge die höchste operative Rentabilität erzielten. Auch wegen des schwierigen Marktumfeldes in diesem Krisenjahr wuchs der Anteil der Herstellungskosten am Umsatz in Deutschland beständig an – im Betrachtungszeitraum 2017 bis 2020 von 77,1 Prozent auf 80,5 Prozent; im Zehnjahrestrend 2010 bis 2020 sogar um 4,9 Prozentpunkte. Top-Zulieferer in der DACH-Region waren Robert Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen.

Investitionen trotz Krisenjahr

Trotz angespannter Kostenlage investierten die deutschen Zulieferer auch im Krisenjahr stark in ihre Zukunft und sicherten sich damit über alle Regionen hinweg einen unangefochtenen Spitzenplatz bei den F&E-Ausgaben. Im Schnitt investierten sie 6,1 Prozent ihres Umsatzes in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Insbesondere Hersteller mit Geschäft im Bereich Antriebsstrang treiben durch hohe Investitionsausgaben die eigene Transformation aktiv voran und entwickeln neue Produkte für die Zukunft. Gleichzeitig ist bei deutschen Zulieferern allerdings der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 22% zurückgegangen und erreicht nun eine Quote von nur noch 21 Prozent.

 

>>> Die vollständigen Ergebnisse der „Automobilzulieferer-Studie“ finden Sie hier >>> 

(ste)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special AUTOMOBILLOGISTIK & FAHRZEUGTRANSPORTE.

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